AfD-Chef zu möglichem Euro-Austritt Griechenlands Lucke begrüßt "späte Einsicht" der Bundesregierung

AfD-Chef Lucke sieht seine eurokritische Position nun auch auf höchster politischer Ebene anerkannt: Er goutiert einen Kurswechsel der Bundesregierung, die einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion nicht mehr kategorisch ausschließen will.

Lucke im Europäischen Parlament: Jahrelang die Wähler irregeführt
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Lucke im Europäischen Parlament: Jahrelang die Wähler irregeführt


Berlin - Die Bundesregierung kommt nach Informationen des SPIEGEL neuerdings zum Schluss, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro für die Währungsunion verkraftbar wäre. Der Parteichef der "Alternative für Deutschland" (AfD), Bernd Lucke, sieht sich in seiner hartnäckig-kritischen Haltung gegenüber dem Verbleib des krisengeschüttelten Landes in der Gemeinschaftswährung bestätigt. Er "begrüße die späte Einsicht" von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Schäuble, sagte Lucke der Deutschen Presse-Agentur.

Jedem Fachmann sei immer klar gewesen, dass es "geeignete Sicherungsmechanismen" gebe, um ein kleines Land wie Griechenland aus dem Euro zu führen, erklärte Lucke. Dagegen habe die Bundesregierung jahrelang die Wähler irregeführt und Katastrophenszenarios für den Fall eines griechischen Euroaustritts an die Wand gemalt.

Nach einem Bericht des SPIEGEL hat in der Berliner Regierung ein Umdenken eingesetzt: Wie aus Regierungskreisen hervorgeht, ist die Bundesregierung bereit, Griechenland notfalls aus dem Euroraum ausscheiden zu entlassen. Ein Austritt hätte demnach für andere Länder voraussichtlich geringere negative Auswirkungen als früher, da Krisenstaaten wie Irland oder Portugal inzwischen als saniert gelten. Zudem seien mithilfe der Bankenunion und des Euro-Rettungsschirms effiziente Rettungsmechanismen installiert worden.

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daf/dpa

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insgesamt 176 Beiträge
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amidelis 03.01.2015
1. Ach fröhliche deppen
Der Oberlehrer sieht sich bestätigt. Wären die Griechen vor Jahren ausgeschieden gäbe es vielleicht die Euro Zone nicht mehr. Andere Zeiten Herr Lucke, führen zu anderen Urteilen. Und Herr Lucke wirft anderen vor von oben herab zu urteilen ? Was ist denn seine Meinung anderes als die dreiste Überheblichkeit desjenigen der weder in Verantwortung noch Pflicht steht aber dennoch reklamiert es schon immer gewusst zu haben? Billiger Spin
alter_nativlos 03.01.2015
2. Hat Lucke die Regierung überzeugt.....
..... oder geht es wieder nur um Wählerstimmen. Sicher begrüßt Bernd Lucke auch die Überlegungen der CSU, Asylverfahren effizienter zu gestalten und rechtskräftig abgelehnte Bewerber auch konsequent in ihre Herkunftsländer abzuschieben. Die Einsicht der Regierenden kommt spät, aber nicht zu spät, um bei den Wählern zu punkten. Ein Schelm der Böses dabei denkt!
kappelc 03.01.2015
3. Es wird auch Zeit
So ändern sich die Zeiten. Noch vor kurzer Zeit war dies alles alternativlos und nur beim Gedanken daran, wäre man ein Europahasser gewesen. Naja lieber spät als nie, diese Einsicht von Merkel und Co.!
auweia 03.01.2015
4. Köpft den Boten
Der Überbringer der schlechten Nachricht ist traditionell unbeliebt. Hier sieht es zwar so aus, als ob er diesbezüglich davonkäme, möglicherweise wird ihm aber dennoch der Prozess gemacht weil seine Reisegruppe die Lieder der Schmuddelkinder gesungen hat.
Dengar 03.01.2015
5. Hmm
Was passiert mit den Münzen? Sind die dann nur noch im Euroraum gültig -oder gar vielleicht gar nicht mehr, da plötzlich Falschgeld- oder fahren die Griechen dann noch jahrelang eine zweigleisige Strategie: Preise in (griechischen) Euro, oder eben inflationär in der Drachme, wobei die Griechen dann umstandslos noch beim Umrubeln verdienen könnten...---- Merkel muss weg! Mit ihrer Austeritätspolitik für alle Länder (außer Deutschland!) schrottet diese Matrone nicht nur die europäische Idee, sondern auch den Frieden in Europa. - Ich warte auf die Rosenholtz-Dateien.
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