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Streit mit der Troika: Tsipras geht auf Griechenlands Gläubiger zu

Erst setzte er die Troika vor die Tür, nun gibt sich Alexis Tsipras versöhnlich: Griechenlands neuer Regierungschef wolle weiter mit den Gläubigern zusammenarbeiten. Er sagt: "Wir werden eine Übereinkunft finden."

Griechenlands Premier Tsipras: Syriza-Chef will mehr Zeit für Reformen Zur Großansicht
AFP

Griechenlands Premier Tsipras: Syriza-Chef will mehr Zeit für Reformen

Athen - Alexis Tsipras will es nicht so gemeint haben: Kurz nachdem seine Regierung die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds aufgekündigt hatte, relativierte der neue griechische Ministerpräsident seinen Kurs.

Athen wolle keinen Streit und habe auch niemals die Absicht gehabt, "einseitig auf Griechenlands Schulden zu reagieren", versicherte der Syriza-Chef am Samstag in einer Erklärung an die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Seine Links-Rechts-Regierung brauche aber mehr Zeit für ihr Reformprogramm. Dazu zählten unter anderem radikale Maßnahmen gegen Steuerflucht, Korruption, Klientelpolitik sowie für einen ausgeglichenen Haushalt.

"Die Beratungen mit unseren europäischen Partnern haben gerade erst begonnen", schrieb Tsipras. "Auch wenn es unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt, bin ich absolut überzeugt, dass wir bald eine für alle Seiten förderliche Übereinkunft finden werden - sowohl für Griechenland als auch für ganz Europa."

Ähnlich hatte sich zuvor bereits Finanzminister Giannis Varoufakis geäußert. "Alles, was wir von unseren Partnern verlangen, sind einige Wochen Zeit, um sinnvolle und vernünftige Vorschläge zu erarbeiten", sagte der Ökonom der BBC. Er hat die Investmentbank Lazard als Berater engagiert. Das Institut soll Athen bei den Vorbereitungen für einen weiteren möglichen Schuldenschnitt helfen.

Varoufakis und Tsipras reisen in den nächsten Tagen nach Frankreich, Zypern und Italien, um für ihre Politik zu werben. Einen Stopp in Berlin soll es nicht geben.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnte Tsipras vor neuen Provokationen. Es möge bei manchen vielleicht gut ankommen, "auf die Deutschen einzuprügeln - aber es ist auch kurzsichtig und bringt uns nicht weiter", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag".

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Schulz: "Wenn die griechische Regierung wirklich nicht mehr mit den Geldgebern auf der bisherigen Grundlage zusammenarbeiten will, dann halte ich das für verantwortungslos."

syd/AFP/AP

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1. Logisch...
wolltsnursagen 01.02.2015
Klar, nachdem sich an den Börsen (ausser der Griechischen) in der Reaktion auf die Ankündigung garnichts getan hat und auch die staatlichen Schuldner nicht reagiert haben wie erhofft bleibt Ihm ja nichts anderes übrig als schnellstens zurück zu rudern. Schuss vor den Bug, hat nichts ausgelöst, "war ja nicht so gemeint, lasst uns Freunde sein". Das übliche ausloten der Möglichkeiten, warum ist das eine Meldung wert?
2. Hat er das getan?
tadano 01.02.2015
"Es möge bei manchen vielleicht gut ankommen, "auf die Deutschen einzuprügeln" ...oder will Schulz das deutsche Publikum beeinflussen?
3. Geld
Kingbacsi 01.02.2015
Wir müsse den Geldhahn abdrehen und Pasta , was soll das eigentlich , ist das die neue europäische Politik. Kriminelle Zocker , Banker ,Politiker , dass kann nicht das Europa der Zukunft sein .
4. Moderatere Töne?
Weltbild 01.02.2015
Der Populist Tsipras schlägt leisere Töne an? Hat er vielleicht eine Absage für Kredite aus Moskau bekommen? Begreift er schliesslich dass in ein paar Wochen kein Geld mehr fliesst wenn er nicht weiter mit der Troika zuasammenarbeitet? Also doch ein populistischer Opportunist der sich dreht wo der Wind het kommt? Noch schnell seine Schäfchen ins Trockne bringen und dann den Griechen sich selbst überlassen. Genau so einer ist das, nicht mehr nicht weniger!
5. Schade - ich hatte gehofft
Badischer Revoluzzer 01.02.2015
GR tritt aus der EU aus und wendet sich RU zu. Damit hätten wir 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Wir hätten GR von der Backe und RU hätte die Probleme.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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