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12. Februar 2015, 16:40 Uhr

Wirtschaftskrise

Merkel erwägt Kompromisse mit Griechenland

Kanzlerin Merkel trifft zum ersten Mal auf Syriza-Chef Alexis Tsipras - und schlägt im Schuldenstreit mit Griechenland versöhnliche Töne an: Europa sei "immer darauf ausgerichtet, einen Kompromiss zu finden."

Brüssel - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Schuldenstreit mit Griechenland Kompromissbereitschaft signalisiert. "Europa ist darauf ausgerichtet, und das ist auch der Erfolg Europas, einen Kompromiss zu finden", sagte Merkel vor Beginn des informellen EU-Gipfels in Brüssel. Dort wird sie zum ersten Mal den neuen griechischen Regierungschef Alexis Tsipras treffen. "Kompromisse geht man ein, wenn die Vorteile die Nachteile überwiegen", sagte sie. "Deutschland ist dazu bereit."

Aber: Die Glaubwürdigkeit Europas beruhe darauf, dass Regeln eingehalten würden und man verlässlich sei, sagte die Kanzlerin. Nun werde geschaut, welche Vorschläge die griechische Regierung mache. Am Montag würden die Euro-Finanzminister die Vorschläge erörtern. "Noch haben wir ja ein paar Tage Zeit, deshalb freue ich mich heute auf die erste Begegnung", ergänzte Merkel mit Blick auf ihren Tsipras-Termin.

Ein Treffen der Euro-Finanzminister war in der Nacht zum Donnerstag ergebnislos auseinander gegangen. Der griechische Finanzressortchef Giannis Varoufakis hatte seine Zustimmung für eine gemeinsame Erklärung wieder zurückgezogen.

Tsipras hielt sich bei seiner Ankunft in Brüssel kurz: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine grundlegende Lösung finden, um die Wunden der Austerität zu heilen, die humanitäre Krise in der EU zu bekämpfen und Europa zurück zu Wachstum und sozialem Zusammenhalt zu bringen", sagte der Chef der linksgerichteten Syriza-Partei. Die bisherigen Sparauflagen der internationalen Geldgeber hatte er abgelehnt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußerte sich "sehr besorgt", über die Lage, die eingetreten sei. Der britische Premierminister David Cameron mahnte sowohl Griechenland als auch die Euro-Länder, die Pattsituation so schnell wie möglich zu beenden, weil sonst die britische Wirtschaft leiden würde.

Auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann mahnte die griechische Regierung, die bestehenden Vereinbarungen einzuhalten. "Griechenland wird weiter Unterstützung brauchen, aber Unterstützung kann nur gewährt werden, wenn geschlossenen Vereinbarungen auch entsprochen wird", sagte Weidmann laut Vorabtext einer Rede in London.

Griechenlands Schuldenquote sei zwar sehr hoch, sagte der Bundesbank-Präsident. Das durchschnittliche Fälligkeitsdatum liege jedoch weit in der Zukunft, zudem seien die Zinssätze recht niedrig. Der jährliche Schuldendienst, den das Land zu stemmen habe, sei gering. "Daher würde eine weitere Schuldenerleichterung die Liquiditätssituation Griechenlands nicht wirklich groß verändern."

vek/Reuters/AFP

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