Griechenland Molotow-Anschlag auf Tsipras-Minister

Der griechische Staatsminister Alekos Flambouraris ist Opfer eines Anschlags geworden: Unbekannte schleuderten Molotowcocktails auf sein Haus in Athen.


Unbekannte haben in Athen einen Anschlag auf den griechischen Staatsministers für Regierungskoordination, Alekos Flambouraris, verübt. Wie die Athener Tageszeitung "Kathimerini" unter Berufung auf Polizeiquellen weiter berichtete, warfen die Angreifer kurz nach Mitternacht zehn Molotowcocktails an die Fassade.

Der Politiker befand sich im Inneren des Hauses und blieb unversehrt. Durch das Feuer entstand Sachschaden an der Fassade und an geparkten Autos. Flambouraris gehört der Linkspartei Syriza an und gilt als politischer Mentor von Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Als Protest gegen die geplante Rentenreform haben derweil griechische Landwirte auch am Samstag wieder viele wichtige Verbindungsstraßen des Landes blockiert. Der Streik der Seeleute dauert ebenfalls an. Noch bis Sonntagmorgen sollen die Fähren in den Häfen liegen bleiben, so dass die meisten Inseln vom Festland abgeschnitten sind.

Besonders problematisch ist das für jene Inseln, an deren Küsten tägliche weitere Flüchtlinge von der Türkei aus anlanden. Auf Lesbos würden bereits mehr als 7000 Menschen festsitzen, berichten griechische Medien unter Berufung auf die örtliche Polizei.

Die geplante Rentenreform sieht im Schnitt Kürzungen von 15 Prozent für alle künftigen Rentner vor. Zudem sollen die Rentenbeiträge für Landwirte und Freischaffende erheblich angehoben werden. Regierungschef Tsipras hat wiederholt gewarnt, das Rentensystem könnte ohne diese Reform bald zusammenbrechen.

wit/dpa



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