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Aegean Airlines: Zwei Araber verlassen Flugzeug auf Druck von israelischen Mitreisenden

Flugzeug der Aegean-Fluggesellschaft in Athen (Archiv): Entschuldigung der Airline Zur Großansicht
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Flugzeug der Aegean-Fluggesellschaft in Athen (Archiv): Entschuldigung der Airline

Erst waren es nur drei, vier Passagiere, dann verlangten Dutzende israelische Fluggäste, dass zwei arabische Mitreisende das Flugzeug verlassen sollten. Ihre Landsleute hielten sie für ein Sicherheitsrisiko.

Vehemente Proteste israelischer Passagiere haben zwei arabischstämmige Fluggäste zum Verlassen einer Maschine der griechischen Gesellschaft Aegean Airlines veranlasst. "Eine zunächst kleine Gruppe von Fluggästen forderte sehr lautstark und eindringlich, dass zwei andere israelische Passagiere aus Sicherheitsgründen überprüft werden", erklärte Aegean am Dienstag. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am späten Sonntag und sorgte für eine 90-minütige Verspätung des Flugs von Athen nach Tel Aviv.

Bei den beiden Passagieren handelte es sich laut israelischen Medien um israelische Araber. Aegean gab an, einer der Fluggäste habe einen israelischen Pass, der andere eine Aufenthaltsgenehmigung für das Land gehabt. Als die Polizei zur Überprüfung der Papiere eingetroffen sei, hätten nach anfänglich "drei bis vier" schon "60 bis 70 Passagiere" gefordert, die Männer des Flugzeugs zu verweisen. An den Papieren hatte die Polizei nichts zu beanstanden.

Der Pilot habe daraufhin verkündet, dass jeder, der sich nicht sicher fühle, ohne Anspruch auf Entschädigung das Flugzeug verlassen könne, erklärte Aegean. Die beiden Männer hätten dann aber selbst den Rückzug angetreten. Aegean stellte ihnen demnach eine Unterkunft für die Nacht und einen Ersatzflug mit der israelischen Linie El Al am Montag. Die griechische Gesellschaft dankte den Männern und entschuldigte sich.

Die Knesset-Abgeordnete Michal Rozin von der Partei Meretz forderte den Wirtschaftsausschuss laut einem Bericht der "Haaretz" auf, sich mit dem Vorfall zu befassen. Israel trage Verantwortung für seine Bürger, sagte Rozin, es könne nicht sein, dass eine Fluggesellschaft es erlaube, dass Passagiere ausstiegen, weil andere Fluggäste dies aufgrund ihres Äußeren gefordert hätten.

Rozin machte für den Vorfall auch die Politik von Benjamin Netanyahu verantwortlich, die Ängste und Hass schüre. Der Regierung müsse klar sein, dass die Brandmarkung arabischstämmiger Israelis als potenzielle Terroristen zu einem Werteverfall führe, "der unsere Zukunft als eine Gesellschaft gefährdet".

sun/AFP

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