Randale in Athen Autonome liefern sich Straßenschlacht mit Polizei

12.000 Menschen haben in Athen an den Studentenaufstand gegen die griechische Militärdiktatur von 1973 erinnert. Die Demo verlief friedlich, doch dann warfen Linksextreme Steine und Brandsätze.

YANNIS KOLESIDIS/EPA-EFE/REX

In Athen haben Tausende Menschen der blutigen Unterdrückung der Studentenrevolte am 17. November 1973 durch die damals regierende Militärdiktatur gedacht. Laut Polizeiangaben zogen mindestens 12.000 Teilnehmer der jedes Jahr stattfindenden Demonstration zur Botschaft der USA, die seinerzeit die Obristenherrschaft (1967 bis 1974) unterstützten.

Bei der Niederschlagung der Revolte in der polytechnischen Fachhochschule, die den Sturz der Militärdiktatur einleitete, gab es 1973 Dutzende Tote. An der Spitze des Erinnerungsmarsches wird traditionell die blutverschmierte griechische Fahne getragen, die in jener Nacht über dem Polytechnikum wehte, als ein Panzer des Militärs das Eisengitter des Gebäudes durchbrach.

Die meisten Banner und Sprechchöre der Demonstranten richteten sich auch in diesem Jahr wieder gegen Kapitalismus, Imperialismus und Faschismus, die Nato und von den USA geführte Kriege weltweit.

Ausschreitungen zwischen Autonomen und Polizei

Später errichteten Autonome im studentischen Stadtteil Exarchia Straßensperren, zündeten Mülltonnen an und warfen mit Steinen und Brandsätzen. Fernsehbilder zeigten Vermummte, die Brandsätze von Hausdächern schleuderten. Polizeifahrzeuge hatten den zentralen Syntagma-Platz abgesperrt. Er ist häufig der Schauplatz gewalttätiger Zusammenstöße zwischen Polizei und Protestierenden.

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Athen: Friedliche Demo, nächtliche Randale

Die Polizei setzte Tränengas ein, bereits am frühen Abend gab es mehrere Festnahmen. Die Krawalle anlässlich des Jahrestags der Studentenrevolte am 17. November haben Tradition. Die Polizei war vorsorglich mit rund 5000 Beamten im Einsatz, wie griechische Medien berichten. Das Stadtzentrum war teilweise für Fahrzeuge gesperrt, auch Metrostationen wurden aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen.

Auch in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes, gab es einen Gedenkmarsch, an dem sich rund 7500 Menschen beteiligten.

mal/AFP/dpa



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