Anschlag in Athen Bombe explodiert vor Büro rechtsradikaler Partei

Auf eine Geschäftsstelle der rechtsradikalen griechischen Partei Goldene Morgenröte ist ein Attentat verübt worden. In einem Athener Vorort ging ein Sprengsatz hoch, dabei entstand großer Sachschaden. Hinter dem Anschlag werden linke Autonome vermutet.

Mitglied der Partei Goldene Morgenröte: Rechtsextreme liegen bei mittlerweile 14 Prozent
REUTERS

Mitglied der Partei Goldene Morgenröte: Rechtsextreme liegen bei mittlerweile 14 Prozent


Athen - Die rechtsextreme Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) hetzt gegen Ausländer, sie will alle Migranten aus Griechenland ausweisen. Jetzt ist eines ihrer Büros Ziel eines Anschlags geworden. Vor dem Büro der Rechtsextremen im Athener Vorort Aspropyrgos explodierte am Dienstagmorgen eine selbstgebaute Bombe.

Dabei wurden die Geschäftsstelle und ein Geschäft im selben Gebäude beschädigt, sagte ein Polizeioffizier. Verletzt worden sei aber niemand. Die Behörden vermuten, dass linke Autonome hinter dem Anschlag stecken. Zum Zeitpunkt des Attentats am frühen Morgen waren die Büros geschlossen.

In den vergangenen Monaten lieferten sich rechts- und linksradikale Kräfte in Griechenland immer wieder Auseinandersetzungen. Das Misstrauen gegen die griechische Führung wächst: Nur noch jeder dritte Grieche unterstützt seine Regierung. Schuld ist die rigide Sparpolitik. Die Unzufriedenheit nutzen die links- und rechtsextremen Parteien aus: Sie sind im Aufwind, wie aktuelle Umfragen belegen.

Die Goldene Morgenröte hatte bei der Parlamentswahl im Juni 6,9 Prozent bekommen und ist mit 18 Abgeordneten im griechischen Parlament vertreten. In aktuellen Erhebungen liegen die Rechtsradikalen mittlerweile in der Gunst der Wähler bei 14 Prozent. Wegen ihres ultranationalistischen Charakters fordern Beobachter und Politiker ein Verbot der Partei.

heb/dpa/dapd/Reuters

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