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Austritt aus der Währungsunion: Bundesregierung hält Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro für verkraftbar

Kanzlerin Angela Merkel: Radikaler Kursschwenk Zur Großansicht
DPA

Kanzlerin Angela Merkel: Radikaler Kursschwenk

Die Bundesregierung vollzieht nach Informationen des SPIEGEL einen radikalen Kursschwenk: Weil die Ansteckungsgefahr auf andere Länder gebannt sei, wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro nun denkbar.

Hamburg - Entgegen ihrer bisherigen Linie ist die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen bereit, Griechenland notfalls aus der Eurozone ausscheiden zu lassen. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) halten einen Austritt des Landes aus der Gemeinschaftswährung für verkraftbar. Grund dafür seien die Fortschritte, die die Eurozone seit dem Krisenhöhepunkt 2012 gemacht habe, heißt es in Regierungskreisen. So sei die Ansteckungsgefahr für andere Länder begrenzt, weil Portugal und Irland als saniert gelten. Zudem stehe mit dem ESM ein schlagkräftiger Rettungsmechanismus zur Verfügung, für die Sicherheit großer Kreditinstitute sorge die Bankenunion. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Derzeit gebe es zwar noch keine Antwort auf die Frage, wie ein Mitgliedsland den Euro verlassen, aber dennoch in der EU bleiben könne. "Notfalls klären das findige Juristen", sagt ein hochrangiger Währungsexperte. Die Bundesregierung hält ein Ausscheiden des Landes für nahezu unausweichlich, wenn Oppositionsführer Alexis Tsipras nach den Neuwahlen die Regierung übernimmt, den Sparkurs aufgibt und die Schulden des Landes nicht mehr bedient.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 261 Beiträge
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1. Es wird Zeit
paulhaupt 03.01.2015
Es war von Anfang an ein Krebsschaden, daß ein Euro-Land alle anderen Länder praktisch erpressen kann. Wenn jetzt klar gemacht wird, daß die Länder der Euro-Zone nicht länger bereit sind das zu dulden und Griechenland unbegrenzt lange und unbegrenzt viel Geld in den Rachen zu stopfen um sich dann anschließend noch ins Gesicht spucken zu lassen wird es dafür mehr als Zeit!
2. kein Austritt
tulius-rex 03.01.2015
Griechenland wird keinesfalls aus dem EURO austreten, dann sind die paradiesischen Subventionszustände ja vorbei. Griechenland wird es ähnlich machen wie Großbritannien: Kein Schuldendienst mehr an Brüssel (von links bereits angekündigt) und Beiträge nicht mehr bezahlen. Zahlen sollen eben andere. Das ist noch besser als Eurobonds, die es lt. Merkel nicht geben wird....aber eine Maut sollte es mit ihr ja auch nicht geben. So what!
3. Vor der Wahl klang das aber noch ganz anders!
Badener1848 03.01.2015
Scheitert der Euro, dann scheitert Europa. Die Vorstellung, dass Griechenland aus dem Euro austritt, wurde da als populistische Forderung realitätsferner Eurokritiker beschimpft. Vielleicht ist das der Anfang vom Ende...
4. Zu späte Einsicht
Jo295 03.01.2015
Wir hätten uns viel Geld gespart, wenn wir diese Alternative früher in Erwägung gezogen hätten. Der Austritt ist nicht als Strafe zu verstehen, sondern als notwendiger Schritt, damit Griechenland endlich wieder eine Währung bekommt, die zu ihrer Wirtschaftsleistung passt. Der Euro war viel zu teuer...
5. Späte Einsicht
Marschewski 03.01.2015
Nachdem den Menschen hier - von Politik und Medien - fortlaufend eingeredet worden ist, wie wichtig der Verbleib Griechenlands in der EURO-Zone ist, kommt diese Einsicht reichlich spät. Sie ist ein Eingeständnis in das Versagen einer koordinierten europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik zu Lasten der Steuerzahler!
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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