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Griechenland: Gestrandete Flüchtlinge nähen sich den Mund zu

Mazedonien lässt nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ins Land. Die Folge: Hunderte warten an der griechischen Grenze. Eine Gruppe hat dagegen nun protestiert - auf schmerzhafte Weise.

Seit Tagen harren sie an der griechischen Grenze aus - sie dürfen nicht nach Mazedonien weiterreisen. Jetzt haben mehrere Flüchtlinge mit einer spektakulären Protestaktion auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Mindestens fünf Männer nähten sich den Mund zu. Nach eigenen Angaben stammen sie aus Iran und warten schon seit Freitag mit Hunderten anderen Flüchtlingen auf den Bahngleisen bei Gevgelija im Niemandsland zwischen den beiden Ländern.

Sie nähten mit einem Faden ihre Lippen zusammen und schrieben sich auf Englisch die Worte "Nur Freiheit" und "Iran" auf Brust und Stirn. Sie drohten zudem mit einem Hungerstreik.

Die Balkanländer Mazedonien, Serbien und Kroatien lassen seit Donnerstag nur noch Flüchtlinge aus bestimmten Konfliktgebieten einreisen. Die Grenze passieren dürfen seither nur noch Syrer, Afghanen und Iraker. Sogenannte Wirtschaftsmigranten werden hingegen abgewiesen. Am griechischen Grenzübergang Idomeni strandeten daraufhin mehr als tausend Menschen - vorwiegend aus Pakistan, Iran, Marokko, Bangladesch und Algerien -, denen die Einreise verweigert wurde.

Mazedonien, Serbien und Kroatien liegen auf der sogenannten Balkanroute, über die Hunderttausende Menschen in EU-Länder fliehen. Ein Großteil von ihnen will nach Deutschland weiter reisen. Besonders viele Menschen kommen aus dem Bürgerkriegsland Syrien und den Konfliktgebieten Irak und Afghanistan. Aber auch Flüchtlinge aus Afrika wie etwa aus dem autoritär regierten Eritrea wollen in Europa ein neues Leben beginnen.

Der Zahl der Flüchtlinge in Deutschland wird im November einen neuen Höchststand erreichen. Die Bundespolizei sprach am Montag schon jetzt von rund 180.000 Einreisenden. Die Zahlen der Behörde beruhen auf Kontrollen im Grenzgebiet, durch diese werden jedoch längst nicht alle Migranten erfasst. CSU und der Zentralrat der Juden fordern eine Obergrenze der Asylbewerber in Deutschland, wofür sie von Pro Asyl scharf kritisiert wurden.

kev/AFP/dpa

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