Debatte um Reparationen Experte hält Griechenlands Forderungen für ungerechtfertigt

Athen drängt auf Reparationszahlungen aus Deutschland. Das hält der Göttinger Völkerrechtler Frank Schorkopf für ungerechtfertigt. "Wirtschaftlich, politisch und moralisch" seien die Forderungen längst erfüllt, sagte er dem SPIEGEL.


Hamburg - Der Göttinger Völkerrechtsprofessor Frank Schorkopf weist die Reparationsforderungen Griechenlands an Deutschland zurück: Diese seien "nicht nur formaljuristisch abzulehnen, sondern auch wirtschaftlich, politisch und moralisch als erfüllt anzusehen". Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 12/2015
SPIEGEL-Serie: Deutschland, deine Zukunft

Schorkopf verweist im SPIEGEL darauf, dass die Bundesrepublik "über die vergangenen Jahrzehnte enorme Transferleistungen gegenüber Griechenland erbracht" habe – zwar nicht als Reparationen, aber im Zuge der europäischen Integration. Es gehe hier um hohe zweistellige Milliardenbeträge. "Diese Summe erreicht ohne Weiteres die Höhe möglicher Reparationszahlungen", sagt Schorkopf.

Im Londoner Schuldenabkommen von 1953 habe man die Reparationsfrage zurückgestellt, damit die Bundesrepublik wirtschaftlich gedeihen konnte. Davon hätten dann im Zuge der europäischen Integration zu Recht andere Staaten, und besonders auch Griechenland, profitiert.

Es sei "eine Art Geschäftsgrundlage" gewesen, "dass Deutschland durch den damit verbundenen Wohlstandstransfer auch seiner Verantwortung aus dem Zweiten Weltkrieg gerecht wird". Schorkopf: "Das war eine kluge und moderne Form, die Reparationsfrage zu lösen."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.



© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.