Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

EU-Grenzkontrollen: Frontex weitet Einsatz im Mittelmeer aus

Ein Frontex-Helikopter bei Lesbos: Einigung mit Griechenland Zur Großansicht
REUTERS

Ein Frontex-Helikopter bei Lesbos: Einigung mit Griechenland

Europa rüstet an seinen Außengrenzen auf: Angesichts der Flüchtlingskrise verstärkt die EU-Grenzschutzbehörde Frontex ihr Engagement vor der griechischen Küste.

Die europäische Grenzschutzagentur Frontex weitet ihren Einsatz im östlichen Mittelmeer aus. Um Griechenland bei der Bewältigung der Flüchtlingslage zu helfen, beginne am 28. Dezember die neue Mission "Poseidon Rapid Intervention", teilte die EU-Behörde mit Sitz in Warschau mit.

Mit dem Einsatz sollen Flüchtlinge stärker in punkto Sicherheit überprüft werden. Rund 375 Beamte und Dolmetscher kämen dafür zum Einsatz, darunter Experten für Fingerabdrücke und gefälschte Dokumente, hieß es. Zusätzlich sollen mehrere Schiffe im Mittelmeer patrouillieren.

Die neue Mission tritt an die Stelle des bisherigen Programms "Poseidon Sea". Die zusätzlichen Beamten sollen unter anderem bei der Registrierung von Flüchtlingen auf den griechischen Inseln eingesetzt werden. "Das ermöglicht es, eine größere Anzahl Migranten in kürzerer Zeit zu registrieren und ihre Fingerabdrücke abzunehmen", teilte Frontex mit. Griechenland hätte sich mit der EU-Behörde darauf geeinigt.

Fachleute sollen helfen, die Nationalität der Migranten festzustellen. Befragungen der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft dienen dazu, Informationen über illegale Schleusernetzwerke zu gewinnen.

Auch EU-Bürger müssen aus Sicherheitsgründen demnächst wohl wieder mit intensiven Grenzkontrollen bei der Ein- und Ausreise in die EU rechnen. Die EU-Kommission hatte hierzu vor wenigen Tagen eine entsprechende Änderung des Schengener Grenzkodex vorgeschlagen.

Bisher waren laut Schengener Kodex nur Nicht-EU-Bürger und ankommende Flüchtlinge bei der Ein- und Ausreise systematisch polizeilich überprüft worden - bei EU-Bürgern genügte ein Blick auf Gültigkeit und Echtheit des Passes.

Forum
Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf SPIEGEL ONLINE finden Sie unter diesem Text kein Forum. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Forumsbeiträge, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Deshalb gibt es nur unter ausgewählten Artikeln zu diesem Thema ein Forum. Wir bitten um Verständnis.

apr/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wer Merkel seit der Streichung der No-Bailout-Klausel
spmc-129372683232763 18.12.2015
aufmerksam beobachtet hat, weiß: Eigentlich geht es ihr vornehmlich um Europa ! Ist es wirklich-vor dem Hintergrund ihrer -im Grunde nicht nachvollziehbaren- "grenzenlosen" Flüchtlingspolitik wirklich nur eine Verschwörungstheorie ,wenn man vermutet, daß der -womöglich weitgehende -Verzicht der EU-Länder auf ihre Grenzhoheit -dem bedeutendsten Merkmal staatlicher Souveränität-den großen Durchbruch für die V.St.v.E. bringen soll, nachdem der eigentlich als Werkzeug vorgesehene € daran kläglich gescheitert ist?
2. Hat man uns nun nicht monatelang ...
Duggi 18.12.2015
von Seiten der Merkel-Regierung einzuhämmern versucht, dass Grenzkontrollen, wo auch immer, nichts bringen und keinen Einfluss auf die illegale Einwanderung hätten. Und nun doch? Oder was? Und morgen? Was interessiert das Geschwätz von gestern. ;-)
3.
wecan 18.12.2015
Europa wird sich bestmöglich gegen illegale Einwanderung abschotten müssen. Geregelte Einwanderung nach wirtschaftlichen Kriterien und auch die Aufnahme von Menschen aus den Flüchtlingscamps in der Türkei und Jordanien aus humanitären Gründen schließt das nicht aus. Aber wer eigenmächtig und damit illegal nach Europa kommt, den muss man zurück schicken. Solange der eigenmächtige Grenzübertritt letztendlich zum Erfolg führt, wie es derzeit der Fall ist, werden sich immer mehr Menschen auf diesen Weg begeben. Für nächstes Jahr rechnet man mit 3 Millionen Menschen, die das versuchen werden und der überwiegende Teil wird dann wohl bis nach Deutschland weiterreisen. Angesichts der zunehmenden Probleme in Afrika und dem Nahen Osten, die nicht zuletzt auf dem unaufhaltsamen Bevölkerungswachtum basieren, ist eine weitere Zunahme des Migrationsdrucks mehr als wahrscheinlich. Derzeit bleibt de facto fast jeder im Land, der es irgendwie bis zur Deutschen Grenze geschafft hat. Diese mittlerweile weltweit bekannte Tatsache wirkt wie ein Magnet auf sehr viele Menschen, denen in ihrer Heimat die Zukunftsperspektiven fehlen - nicht nur auf Kriegsflüchtlinge. Wir müssen die derzeitige Politik der offenen Grenzen ändern. Auch wenn einige unverantwortlichen Politiker der Bevölkerung noch immer die angeblichen Vorteile der aktuellen Entwicklung einreden wollen.
4. Nicht ganz!
defy_you 18.12.2015
Zitat von Duggivon Seiten der Merkel-Regierung einzuhämmern versucht, dass Grenzkontrollen, wo auch immer, nichts bringen und keinen Einfluss auf die illegale Einwanderung hätten. Und nun doch? Oder was? Und morgen? Was interessiert das Geschwätz von gestern. ;-)
Die deutschen Grenzen zu schließen, ist entweder unmöglich oder völlig unsinnig, da die Einwanderer dann einen anderen (erfolgreichen Weg) nach Deutschland finden würden! Die EU-Außengrenzen hingegen sollen gesichert werden! Für jeden logisch denkenden Menschen stellt sich natürlich die Frage, warum etwas an den deutschen Grenzen unmöglich oder unsinnig ist, was an den Außengrenzen möglch und sinnvoll sein soll. Aber am Beifall der Partei bemessen, interssiert sich dort niemanden für Logik. Aber damit noch nicht genug. Merkel will die Zahl der Einwanderer (keinem geht es um Sicherheit, denn die hätten sie auch in der Türkei und 5 anderen Ländern auf dem Weg bzw. in dem Land aus dem sie erst in die Türkei geflogen sind, nachdem sie Merkels Einladung vernommen haben) reduzieren und gleichzeitig zusätzlich Einwanderer aus der Türkei einfliegen lassen! Wie eine zusätzliche Aufnahme die Zahl der Einwanderer reduzieren soll, ist ein weiteres Geheimnis von Merkel...
5. Exakt! Die Anreizwirkung!
defy_you 18.12.2015
Zitat von wecanEuropa wird sich bestmöglich gegen illegale Einwanderung abschotten müssen. Geregelte Einwanderung nach wirtschaftlichen Kriterien und auch die Aufnahme von Menschen aus den Flüchtlingscamps in der Türkei und Jordanien aus humanitären Gründen schließt das nicht aus. Aber wer eigenmächtig und damit illegal nach Europa kommt, den muss man zurück schicken. Solange der eigenmächtige Grenzübertritt letztendlich zum Erfolg führt, wie es derzeit der Fall ist, werden sich immer mehr Menschen auf diesen Weg begeben. Für nächstes Jahr rechnet man mit 3 Millionen Menschen, die das versuchen werden und der überwiegende Teil wird dann wohl bis nach Deutschland weiterreisen. Angesichts der zunehmenden Probleme in Afrika und dem Nahen Osten, die nicht zuletzt auf dem unaufhaltsamen Bevölkerungswachtum basieren, ist eine weitere Zunahme des Migrationsdrucks mehr als wahrscheinlich. Derzeit bleibt de facto fast jeder im Land, der es irgendwie bis zur Deutschen Grenze geschafft hat. Diese mittlerweile weltweit bekannte Tatsache wirkt wie ein Magnet auf sehr viele Menschen, denen in ihrer Heimat die Zukunftsperspektiven fehlen - nicht nur auf Kriegsflüchtlinge. Wir müssen die derzeitige Politik der offenen Grenzen ändern. Auch wenn einige unverantwortlichen Politiker der Bevölkerung noch immer die angeblichen Vorteile der aktuellen Entwicklung einreden wollen.
Solange Einwanderer sehen, dass sie bis nach Deutschland durchkommen, wird diese Migrationsbewegung anhalten. Merkel hat unfasbare Anreize geschaffen. Das sind ganz überwiegend Menschen, die in Sicherheit lebten (in der Türkei oder anderen Ländern der Region - aus denen sie extra per Flugzeug in die Türkei gefolgen sind, um von dort nach Deutschland zu gelangen!) und nun ihr Leben riskieren, weil sie denken, dass es ihnen hier besser geht. Und da das bei den meisten auch der Fall ist, wird der Strom nicht versiegen ohne dass man die Grenze dicht macht. Und wenn Merkel sich innerhalb der nächsten 6 Monate über eine Sicherung der Außengrenzen einigen (das ist nicht dasselbe wie eine Umsetzung von Maßnahmen!) will, dann heißt das, dass es wie bisher weitergeht, wir also bis dahin bereits die nächste Million Einwanderer im Land haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Maximilian Popp (Hrsg.):
    Tödliche Grenzen

    Die Krise der europäischen Flüchtlingspolitik.

    SPIEGEL E-Book; 2,99 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: