Griechenland gegen Deutschland Bitte aufhören!

Vorwürfe, Drohungen, Spott: Der Ton zwischen Deutschland und Griechenland verschärft sich mehr und mehr. Das macht Kompromisse schwieriger und schürt Ressentiments auf beiden Seiten. Ein Appell zur verbalen Abrüstung.

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Finanzminister Schäuble, Varoufakis: Krieg der Worte
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Finanzminister Schäuble, Varoufakis: Krieg der Worte


Alles nur Missverständnisse, die sich klären würden. So nennt Alexis Tsipras am Freitag das, was sich gerade zwischen Griechenland und Deutschland abspielt. "Wir wollen Griechenland ein guter Freund und Partner sein", lässt Kanzlerin Angela Merkel ihren Regierungssprecher ausrichten. Man möchte ihnen glauben. Doch es fällt schwer.

Mit jedem Tag verschärft sich im Schuldenstreit der Ton zwischen den Regierenden in Athen und Berlin, man droht sich, überzieht sich mit Vorwürfen, lässt die Muskeln spielen. Ein Krieg der Worte, geführt von beiden Seiten. Der Konflikt schaukelt sich immer weiter auf - mit vielleicht unabsehbaren Folgen, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich. Es ist an der Zeit, den Streithähnen zuzurufen: Hört endlich auf damit!

Natürlich, viele der starken Sprüche sind der innenpolitischen Profilierung geschuldet. Syriza hat vor der Wahl viel versprochen, nicht alles wird sich halten lassen. Nun müssen Tsipras und Co. ihren Anhängern zeigen, dass sie zumindest kämpfen, dass sie sich nichts von Berlin und Brüssel vorschreiben lassen.

Die Bundesregierung wiederum will sich nicht aus Athen das Ende ihres Euro-Rettungskurses diktieren lassen. Zudem sinkt in CDU und CSU die Bereitschaft, den Griechen weitere Milliardenhilfen zu gewähren. Finanzminister Wolfgang Schäuble weist seinen Amtskollegen Giannis Varoufakis in die Schranken, um den eigenen Leuten zu zeigen: Die kriegen nichts geschenkt!

Doch die einst womöglich kalkulierte Eskalation droht außer Kontrolle zu geraten. Nie wurde so offen über "Grexit", "Graccident" und die möglichen Folgen spekuliert. Das Misstrauen zwischen den Regierungen in Athen und Berlin sitzt tiefer denn je, auch in der Bevölkerung kippt die Stimmung. Laut ARD-Deutschlandtrend sieht fast die Hälfte der Deutschen das Verhältnis zu den Menschen in Griechenland als belastet an, eine ZDF-Umfrage ergab, dass nur noch eine Minderheit den Krisenstaat im Euro halten will.

In einem solchen Umfeld wird es immer schwieriger, noch zu vernünftigen Lösungen im Schuldendrama zu kommen. Und die Gefahr ist groß, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern dauerhaften Schaden nehmen.

Wie konnte es so weit kommen? Wer sind die Heißsporne? Eine Geschichte der Eskalation in Zitaten, die zeigen, dass es höchste Zeit für eine verbale Abrüstung ist - auf beiden Seiten:

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insgesamt 391 Beiträge
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Seite 1
exmachine 13.03.2015
1. Bitte aufhören
Dann macht den Anfang SPON und stellt als erstes dieses Griechenlandbashing ein.
StFreitag 13.03.2015
2. Bitte noch
eine griechische Übersetzung dazu, dann kommt das vielleicht an der richtigen Adresse an.
Thinal 13.03.2015
3. Griechenland ist pleite!
Und wird auch nicht mehr auf die Beine kommen, solange deren Wirtschaft mit der Rest-Europas konkurrieren muss. Schuldenschnitt, raus aus dem Euro, anders wird es nicht gehen. Wieso sperrt sich die Politik immer noch dagegen? Das ist schon seit Jahren klar. Die Schulden wurden schon von den Banken auf die Zentralbanken (und damit den Steuerzahler) umgeschuldet, sodass die Finanzwelt ungeschoren davon kommt. Was ist jetzt noch zu verlieren?
stesch 13.03.2015
4. Nur die Hälfte gelesen?
Vielleicht sind mir einige Meldungen der letzten Tage entgangen, aber Vorwürfe und Drohungen habe ich nur von der griechischen Seite gehört: Reparationszahlungen, Besetzung deutscher Institutionen, Tausende Flüchtlinge und Islam-Terroristen mit griechischen Pässen nach Berlin... Die Feststellung der geltenden Regeln für weitere Hilfszahlungen und die Möglichkeit eines Grexits sind keine Drohungen! Europa ist kein Stuhlkreis!
melea 13.03.2015
5.
Ja, es reicht schon seit längerem! Über Fakten redet sowieso fast niemand mehr, es wird nur noch auf "dicke Hose" von allen Beteiligten und auch dem werten Publikum gemacht. Gähn ...
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