Grexit-Rhetorik Schulz warnt vor Eskalation in Griechenland-Krise

Immer mehr Politiker fordern den Austritt Griechenlands aus der Eurozone - Europaparlamentschef Schulz hält dagegen: "Es gibt nicht die schnellen und einfachen Lösungen." Gleichzeitig erhöht er den Druck auf Athen.

SPD-Politiker Schulz: Mahnung an all jene, die die Krise eskalieren lassen wollen
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SPD-Politiker Schulz: Mahnung an all jene, die die Krise eskalieren lassen wollen


Der SPD-Politiker Martin Schulz mahnt in den Verhandlungen mit Athen zu Besonnenheit. "In der Griechenland-Krise gibt es nicht die schnellen und einfachen Lösungen", sagte er SPIEGEL ONLINE. Der Chef des Europaparlaments weiter: "Auch wenn ich das Gefühl 'es reicht' gut nachvollziehen kann und selbst von den Spielchen der Tsipras-Regierung genervt bin, muss gute Politik vom Ende her denken."

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Geldgebern um einen Ausweg aus der Staatspleite sind in eine Sackgasse geraten. Vertreter beider Seiten beschuldigen sich gegenseitig, daran Schuld zu tragen. In Deutschland und anderen EU-Staaten gab es zuletzt immer mehr Stimmen, die deshalb einen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone fordern.

Auch SPD-Mann Schulz nimmt die Regierung von Alexis Tsipras in die Pflicht. Mit Blick auf die Offerte von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker an Athen sagte er: "Wenn Tsipras diesem fairen Angebot nicht zustimmt, versündigt er sich an seinem Volk und gefährdet ganz Europa." Schulz: "So handelt kein verantwortungsvoller Staatsmann."

Juncker habe "sozial verträgliche Angebote gemacht", so Schulz. "Keine Kürzungen der griechischen Mindestrente, aber Strukturreformen wie zum Beispiel ein höheres Renteneintrittsalter. Keine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Medizinprodukte, aber höhere Besteuerung der Reichen und Einsparungen im Militärhaushalt."

Offenbar gibt es schon einen Notfallplan

Während die Griechen offenbar an eine Lösung im Schuldenstreit glauben, wächst bei den Geldgebern die Sorge, dass die Verhandlungen zur Rettung des hoch verschuldeten Landes scheitern könnten. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" verständigten sich die Euro-Partner bereits auf einen Notfallplan. Demnach soll ein Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel einberufen werden, wenn den Euro-Finanzministern bei ihrem Treffen am Donnerstag keine Einigung mit Griechenland gelingt.

Äußerungen des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis dürften die Sorge vor einer Eskalation schüren. Er machte erneut deutlich, wie wenig die Regierung von den Reformvorschlägen der Gläubiger hält - und drohte mit Verweigerung. Die Gläubiger forderten Griechenland "mit Sadismus" auf, diejenigen Bürger finanziell zu belasten, die bereits schwer von der Krise getroffen seien, sagte Varoufakis am Montagabend in einer Rede auf der Insel Kreta.

flo/mmq/Reuters

insgesamt 127 Beiträge
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dunnhaupt 16.06.2015
1. Mitgegangen - mitgehangen
Europa kann sich einfach keinen Failed State vor seiner Haustür leisten. Die Ukraine könnte sogar noch ein zweiter werden, Portugal ein dritter. Wenn die Fäule sich weiter ausbreitet, kommen alle PIIGS dran, die noch viel mehr schulden als die Griechen. Das ist die große Angst.
chickenrun1 16.06.2015
2. Die Eskalation
ist schon längst da, vor allem wegen der dreisten Vorstellungen der Griechen und sie wird weiter gehen, wenn wir auf Gedeih und Verderb Griechenland im EURO halten wollen. Wenn dieses Beispiel Schule macht, wird Europa vollends scheitern!
stefan.hemmer 16.06.2015
3. Martin Schulz,
der sich gerne als König von Europa geriert, hat wohl Angst, dass ihm einige seiner Untertanen abhanden kommen könnten?
transsib_reisen 16.06.2015
4. Griechenland: Trumpf-Asse in Hinterhand
GR verhandelt laengst mit Moskau wegen russischen Raketenstuetzpunkts fuer 50 Jahre auf Kreta, soll $220 Milliarden einbringen. Derweil haben die Chinesen sich seit 2 Jahren festgesetzt im wichtigsten Hafen von GR, Piraeus. Gegen sehr viel Cash, versteht sich, auch langfristig. Gegen Russland + China kommt die EU nicht an, nie im Leben. Die stecken uns finanziell in die Tasche.
derinvestigator 16.06.2015
5. Es wird Zeit, Schulz in seine Schranken zu verweisen!
Alle Politiker nebst den sie tragenden Parteien haben ihre völlige Inkompetenz in Sachen EURO erwiesen und es wird sich zeigen, wie in den nächsten Tagen die Schuldverteilung vorgenommen wird, falls man GR doch aus dem Euro entlässt. Frau Merkel wird auf die sPD als damalige Hauptbefürworterin des Euro verweisen und im Falle des Grexit behaupten, durch ihr schnelles Handeln Schaden vom deutschen Volk abgewendet zu haben. Offensichtlich hat sie gemerkt, dass sie sich völlig verzockt hat, auch wenn sie es nicht zugeben will. Hingegen setzt der Buchhändler aus Würselen immer noch frech und dreist auf weitere GR-Alimentierung. Als EU-Parlamentspräsident behauptete er seinerzeit, der Euro habe Europa vor dem nächsten Krieg bewahrt. Dabei gab es keinen Krieg, weil bis 2002 (Einführung des Bargeld-Euro für das Volk) die Völker Europas einfach kriegsmüde waren. Schulz und seine SPD-Genossen schielten schon damals nur auf die Posten in der BRD und in der EU. Es wird höchste Zeit, dass solche Figuren wie Schulz schnellstpolitisch entsorgt werden.
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