Athen - Am späten Abend stand zumindest eine Zahl: 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, rund 3,3 Milliarden Euro, soll Griechenland im laufenden Jahr zusätzlich sparen. Darauf einigten sich die Chefs der drei Parteien, die die Regierung stützen, wie Ministerpräsident Loukas Papademos durch sein Büro mitteilen ließ. Wo genau gespart werden soll, wird sich aber erst am Montag klären: Dann wollen sich die Parteichefs zu weiteren Gesprächen treffen.
Das hochverschuldete Griechenland ist auf ein zweites internationales Rettungspaket angewiesen. Dieses soll jedoch voraussichtlich nur ausgezahlt werden, wenn die Griechen weiteren, umstrittenen Sparmaßnahmen zustimmen.
Aus den Parteien kamen nach der Sitzung unterschiedliche Signale. Der Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, sagte am Sonntagabend, die internationalen Geldgeber würden einen Sparkurs verlangen, "den das Land unmöglich tragen" könne. Er kämpfe dafür, diese Maßnahmen zu verhindern. Auch der Vorsitzende der rechtsgerichteten Laos, Giorgos Karatzaferis, sagte, er könne den Auflagen nicht zustimmen, da er damit "zum Ausbruch einer Revolution" beitrage.
Ein Sprecher der sozialdemokratischen Pasok betonte, dass eine Einigung bis Montagmittag vorliegen müsse. Teile der Forderungen, die als Voraussetzung für weitere internationale Hilfszahlungen gelten, seien jedoch noch nicht abschließend erörtert worden.
Die Eckpunkte für das Treffen hatte die internationale Troika diktiert: Der Verbund aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) fordert von der griechischen Regierung weitere Sparmaßnahmen. Dabei geht es vor allem um Lohnkürzungen für Staatsangestellte. Auch der Mindestlohn soll niedriger angesetzt werden. Insgesamt fordert die Troika, die Arbeitskosten um 25 Prozent zu reduzieren.
Finanzminister Evangelos Venizelos hatte im Verlauf des Tages die Tragweite der Gespräche betont: Das Schicksal seines Landes stünde "auf Messers Schneide". Parallel zu den Gesprächen der Parteichefs liefen auch Verhandlungen mit dem internationalen Bankenverband über einen Schuldenschnitt für Griechenland.
Die griechischen Gewerkschaften kündigten indes Widerstand gegen die Sparmaßnahmen an: Für den kommenden Dienstag sei ein ganztägiger Streik geplant, sagte ein Sprecher.
usp/dpa/Reuters/AFP
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