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Griechenland: Linke Syriza-Abspalter gründen neue Partei

Panagiotis Lafazanis: Vorsitzender der Laiki Enotita Zur Großansicht
REUTERS

Panagiotis Lafazanis: Vorsitzender der Laiki Enotita

25 linke Hardliner der griechischen Syriza haben eine eigene Partei gegründet - die "Volkseinheit". Sie sehen sich als Vertreter der 62 Prozent, die bei dem Referendum im Juli gegen das Sparprogramm gestimmt haben.

Der Name der neuen Partei in Griechenland steht fest: "Laiki Enotita" (deutsch: "Volkseinheit") wird die Vereinigung heißen, der sich 25 Abgeordnete des linken Flügels der regierenden Syriza angeschlossen haben. Vorsitzender wird der frühere Energieminister Panagiotis Lafazanis.

Die mit dem Reformprogramm ihres Regierungschefs Alexis Tsipras unzufriedene radikal-linke Plattform der Syriza-Partei hatte die Gründung einer neuen Partei bereits angekündigt. Sie wollen eine breite Front gegen die Sparpolitik bilden.

Die Gruppe der 25 ehemaligen Syriza-Abgeordneten werde die drittstärkste Kraft im 300 Sitze umfassenden Parlament bilden, teilte die stellvertretende Parlamentspräsidentin Despina Charalambidou am Morgen mit.

Die Linke Plattform reagierte damit auf den Rücktritt von Regierungschef Tsipras. Das griechische Volk müsse entscheiden, ob es das Vorgehen seiner Regierung bei den Verhandlungen mit den Gläubigern gutheiße, erklärte er in einer Fernsehansprache. Er werde sich erneut zur Wahl stellen. Neuwahlen sind für den 20. September angesetzt.

Die neue Partei versteht sich als Vertreterin der 62 Prozent der Griechen, die beim Referendum über das Sparprogramm am 5. Juli mit "Nein" gestimmt hatten.

kry/Reuters/AP

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insgesamt 43 Beiträge
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1.
johannesmapro 21.08.2015
ist doch gut, es muß doch prinzipientreue geben, noch weis keiner ob Tszipras ein Pragmatiker ist oder doch nur ein Taktiker der Macht, der alles opfert für seinen Machterhalt.
2. Der Weg in die Sackgasse...
Emil Peisker 21.08.2015
Man muss Tsipras zugestehen, dass er auf seinem Weg des Kampfes gegen das Kapital die Positionen der anderen Euroländer kennengelernt hat. Er erwartete den grausamen Feind und er traf auf Menschen, die ebenfalls die Interessen ihrer Känder vertraten. Tsipras hat tatsächlich dazugelernt. Und das in einer erstaunlichen Weise. Wann diese Saulus-Paulus Wandlung erfolgt ist und wie sie sich entwickelte wissen wir nicht, aber sie zeigt, dass Menschen ab und an erkennen, dass die Interessen von Ideologien nicht mit den Interessen eines Landes übereinstimmen. Tsipras versucht jetzt durch Neuwahlen und eine eventuelle Koalition mit Partnern, denen das Wohl Griechenlands ebenso wichtig ist wie ihm, die dringend nötigen Reformen durchzusetzen und dem Land die Struktur zu geben, die es aus diesem Sumpf hinausführt. Den Weg, den die linken Ultras der Syriza einschlagen, ist der Weg in die Sackgasse. Tsipras kriegt die Kurve.
3.
Das Pferd 21.08.2015
so aus der Ferne scheint mir das für den griechischen Wähler eine gute Nachricht. Die alte Syrza war ja schon seit einiger Zeit gleichzeitig für einen Kompromiss und für Totalverweigerung. Was sich beißt. So kann man zwischen Optionen wählen.
4. vielleicht lässt uns das hoffen
Charlie Hebdo 21.08.2015
dass es in Griechenland eine Koalition aus reformunwilligen Parteien geben wird, so dass das Hilfspaket nicht weiter fortgesetzt wird. Dann würde man endlich mal über den Sinn der Währungsunion nachdenken müssen, über die Mitgliedschaft Griechenlands im Euro, über ein zu starkes Deutschland im Euro, über grundlegend verschiedene Volkswirtschaften ohne gemeinsame Finanzpolitik. Und wenn es so kommen würde wie geplant, haben wir wenigstens noch zwei ruhige Jahre, bevor man feststellen muss, dass knappe 100 Mrd. Euro in Griechenland versickert sind, nur um ein Funktionieren des Staates und der Banken zu gewährleisten. Vielleicht geht es dann ja Frankreich besser, Spanien und Portugal dürften aus dem Gröbsten raus sein, bleibt noch Italien zu retten. Griechenland dürfte dann ja wohl erledigt sein als endgültiger failed state.
5. Unvermeidbare Entwicklung
stefan1904 21.08.2015
Wahrscheinlich ist eine Koalition von Syriza und Pasok mit Tsipras als Regierungschef. Alles andere würde Chaos und Instabilität bedeuten. Und das kann Griechenland gerade überhaupt nicht gebrauchen.
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