Griechenland Stellvertretende Arbeitsministerin kassierte Mietzuschuss für Nobelviertel

12.000 Euro im Jahr: So viel staatlichen Zuschuss strich eine griechische Politikerin ein, um weiter in einem Nobelviertel Athens leben zu können. Nun gibt sie sich reumütig - und will zurückzahlen.

Rania Antonopoulou
imago/ Pacific Press Agency

Rania Antonopoulou


Kolonaki heißt ein vornehmer Stadtteil in Athen, in dem offenbar auch Politiker gerne leben. So wie die stellvertretende griechische Arbeitsministerin Rania Antonopoulou. Um sich die Wohnung dort leisten zu können, strich sie einen staatlichen Mietzuschuss von jährlich 12.000 Euro ein.

Dafür entschuldigte sie sich am Montag schriftlich. "Ich bin bereit, das Geld zurückzuzahlen", schrieb die stellvertretende Ministerin. Zuvor hatte ein Regierungssprecher erklärt, Ministerpräsident Alexis Tsipras sei "unzufrieden" mit ihrem Verhalten.

Antonopoulou und ihr Mann, der griechische Wirtschaftsminister Dimitrios Papadimitriou, machten Gebrauch von einem Gesetz, das die Tsipras-Regierung 2015 verabschiedet hatte. Darin wird allen Abgeordneten und auch Ministern ein Mietzuschuss in Aussicht gestellt, damit sie in Athen eine Wohnung mieten können.

Die griechische Presse monierte, es sei unmoralisch, dass eine Ministerin in schwierigen Zeiten für viele Bürger Gebrauch von dieser Bestimmung mache. Die Griechen haben seit Ausbruch der schweren Finanzkrise im Jahr 2010 mehr als ein Viertel ihres Einkommens verloren. Fast jeder Dritte lebt an der Armutsgrenze.

vks/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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spon-facebook-10000018478 26.02.2018
1. tsipras, ein Linker der besonderen Art!
Wenn die Opposition erst einmal im Gefängnis ist, siehe nicht-vorhandene Beweise im "GRÖSSTEN BETRUGSFALL der griechischen Geschichte - Novartis" dann kann tsipras endlich den Staat gleichschalten. Der Maduro Europas ist zur Zeit mit der Usurpation der Justiz beschäftigt. Er hat keine Zeit für die Wirtschaft, weitere Verarmung der Bevölkerung, Kriegstreiberei der Türkei, Namensstreit......... - Sogar die Linke in DE lässt sich nicht mehr mit ihm blicken. Das rechne ich der Linken, im besonderen Fr. Kipping hoch an. Zu Beginn noch begeistert, dass ein Linker gewählt wurde und nach kurzer Zeit dann doch gemerkt was für ein ........ dieser Typ ist.
lesheinen 26.02.2018
2.
Die Dame, die über nennenswerte Einkünfte verfügt und deren Mann auch nicht gerade auf Sozialhilfe angewiesen ist, hat offensichtlich entsprechend den gesetzlichen Vorschriften ihren Vorteil gesucht und bekommen. Juristisch korrekt, moralisch verwerflich. Aber zählt Moral?
spon_2294391 26.02.2018
3. Wenn man erfahren würde,
wie hoch das Einkommen und die Miete ist, könnte man sich auch erst ein Urteil erlauben.
spon-facebook-10000018478 26.02.2018
4. Zahlen aus dem Einkommensreport
Zitat von spon_2294391wie hoch das Einkommen und die Miete ist, könnte man sich auch erst ein Urteil erlauben.
Aus der öffentlich einsehbaren Vermögensaufstellung aller Abgeordneten und Regierungsmitglieder in GR (vielleicht auch eine Idee für DE?): Das Ehepaar besitzt laut Aufstellung: Wohnung 110 m2 in New York Villa 300 m2 mit 80m2 pool auf der gr. Insel Syros Athen am Meer (Glyfada) 32m2 Anlagen. USD 432.954 in den USA, plus 3.087.184 USD in US Investmentfonds Jahreseinnahmen: 540.279 USD Wie Sie sehen können handelt es sich um sozial schwache Familie die eine Unterstützung dringend nötig hat! Bevor Sie Ihren Frust an diese Leute auslassen. Es sind nicht diese Leute Schuld die diese s Geld genommen haben, sondern derjenige der Sie eingestellt hat!
viwaldi 26.02.2018
5. Verlogen
Wenn es so ein Gesetz gibt, warum soll die Frau dann nicht davon Gebrauch machen - es ist ihr gutes Recht. Was ist ein Rechtsstaat sonst noch wert, wenn man sich an die Gesetze hält und dann "moralisch" fertig gemacht wird? Soll man doch das Gesetz ändern oder kritisieren, aber nicht die unter Druck setzen, die sich daran halten. Gesetze sollen ja gerade für alle gelten, unabhängig von der Person und dem Einkommen. Mir scheint, das Tsipras selbst hier Dreck am Stecken hat (sein Gesetz), und nun will er die schlechte Presse jemand anderen in die Schuhe schieben. Der Typ ist erbärmlich.
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