Griechenland Mutmaßliche Paketbomber festgenommen

Antiterror-Einsatz in Athen: Die griechische Polizei hat vier mutmaßliche Terroristen festgenommen. Sie gehören zu der Untergrundorganisation, die sich zu den Briefbomben-Attentaten gegen europäische Politiker bekannt hatte - auch das deutsche Kanzleramt war Ziel der Gruppe.


Athen - Der griechischen Polizei ist ein neuer Schlag gegen den einheimischen Terrorismus gelungen. Beamte der Antiterroreinheit nahmen am Donnerstag in Athen und anderen Städten vier mutmaßliche Mitglieder der anarchistischen Gruppe "Verschwörung der Feuerzellen" fest, wie der staatliche Rundfunk berichtete.

Bereits Anfang Dezember waren sechs mutmaßliche Mitglieder derselben Gruppe festgenommen worden. Ihr Prozess soll am 17. Januar beginnen.

Die "Verschwörung der Feuerzellen" hatte sich Anfang Dezember 2010 zu einer Reihe von Briefbomben an europäische Politiker bekannt. Die Sprengsätze waren an örtliche Botschaften sowie internationale Einrichtungen im Ausland und ausländische Regierungschefs geschickt worden.

Eine der insgesamt 14 Sendungen landete im Berliner Kanzleramt, konnte aber rechtzeitig entschärft werden. Ende Dezember hatte eine Bombe vor einem Gericht in Athen schwere Schäden angerichtet. Auch zu diesem Anschlag bekannte sich die linksextremistische Organisation.

Anarchistische und autonome linke Gruppen verüben in Griechenland immer wieder Anschläge. Sie wollen nach eigenen Angaben den Sturz des Systems durch Terror und Chaos erzwingen. Einige von ihnen sollen Kontakte zu anarchistischen Gruppierungen in Italien und anderen Mittelmeerstaaten haben.

lgr/dpa/AFP



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