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Zitate von Deutschen-Gegner Kammenos: "Wir werden niemals als Bettler auf Knien zu Merkel rutschen"

Der unabhängige Grieche Kammenos: "Griechenland ist ein besetztes Land" Zur Großansicht
REUTERS

Der unabhängige Grieche Kammenos: "Griechenland ist ein besetztes Land"

Wer ist Panos Kammenos? Der Rechtspopulist wird jetzt Griechenland mitregieren - er ist vor allem für harsche Kritik an Deutschland bekannt.

Hamburg - Das ging schnell. Ohne vorher mit der sozialistischen Partei Pasok oder der neuen proeuropäischen Partei Potami gesprochen zu haben, einigte Alexis Tsipras vom Linksbündnis Syriza sich mit den Unabhängigen Griechen (Anel) auf eine Regierungskoalition. Ein Zusammenschluss mit einer rechtspopulistischen Partei, der wegen seiner inhaltlichen Diskrepanzen nicht überall auf Begeisterung stößt.

Es ist der Kampf gegen das angebliche "Spardiktat" der EU-Troika, der Syriza und Anel zusammen bringt.

Anel-Chef Panos Kammenos ist in Griechenland vor allem als scharfer Kritiker der deutschen Regierung bekannt. Er tritt für massive Reparationszahlungen der Deutschen für Schäden des Zweiten Weltkriegs ein - und gibt auch sonst gern den Polterer.

Mit deftigen Zitaten Richtung Berlin hatte Kammenos schon in den vergangenen Monaten für einige Unruhe gesorgt.

Ein paar Geschmacksproben:

  • Auf dem Gründungsparteitag der Unabhängigen Griechen forderte Kammenos laut "F.A.Z." ein "nationales Erwachen" und einen "Aufstand" gegen die Sparforderungen. Über die Deutschen sagte er: "Wir haben sie im Krieg geschlagen. Wir werden sie auch in dem Vierten Reich wieder schlagen, das sie durchzusetzen versuchen."
  • Ebenfalls mit Bezug auf die deutsche Politik sagte der Anel-Parteichef: "Wir werden niemals als Bettler auf unseren Knien zu Merkel rutschen, wir werden aufrecht stehen, wie Griechen es tun. Das griechische Volk kämpft vereint, um nationale Souveränität und Würde wiederherzustellen."
  • Im Januar dieses Jahres sagte Kammenos: "Griechenland ist ein besetztes Land, und der Regierungschef [Samaras] erhält seine Befehle von Angela Merkel", zitiert ihn die Nachrichtenseite "ekatimerini". "Ab sofort sollten wir ihn Kanzler nennen."

Die Unabhängigen Griechen sind eine Abspaltung der konservativen bisherigen Regierungspartei Neue Demokratie. Die Parteispitze sieht das Land "besetzt" von den Geldgebern. Daher müsse Griechenland "befreit" werden - und keine Schulden zurückzahlen.

vek/Reuters/dpa

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1.
nika 26.01.2015
Alles ganz schöne Phrasen, die da in den Wind geblasen werden. Mal schauen, wie lange diese Regierung es durchhält. Mit Populismus ist man noch nie weit gekommen. Es ist schade, dass die Gelder, die bisher nach Griechenland geflossen sind, "verbrannt" wurden. Ein Schuldenschnitt vor einigen Jahren wäre der richtige Schritt gewesen. Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende...
2. Wetten, dass ...?
pivot567 26.01.2015
Druck der Südländer und Rabulistik mit der Nazikeule werden schon dazu führen, das der deutsche Steuerzahler (nicht der Finanzminister!) für den Hauptteil der griechischen Schulden wird gradestehen müssen!
3. Griechen
Caimann 26.01.2015
Wir sollten jetzt die Kirche im Dorfe lassen. Alles in Ruhe anhören und der neuen Regierung 100 Tage Zeit geben und dann sehen wir weiter. Ob nun Kammenos oder Tsipras werden schnell feststellen, das sie mit ihren Forderungen sich doch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Aber wir sollten auch respektieren, Volkeswille hat so entschieden und es gewollt.
4. Fr Merkel
pacificwanderer 26.01.2015
hat diese Entwicklung vorausgesehen, jedenfalls wenn sie ihr Salz wert ist, wenn nicht habe die Griechen sie duepiert, wie schon vorher. Ihr Problem: das dem deutschen Steuerzahler, zusammen mit Hrn Draghis Finanzakrobatik, zu verkaufen als gut und richtig. - Denn es zahlt der deutsche Sparer nicht nur mit Abwertung und Zinverlust sondern auch mit Alterssicherung. Mein Rat: Kein deutsches Geld mehr fuer die Schlitzohren....Sie koennen sich ja bei Hrn Draghi bedienen!
5.
ramsess 26.01.2015
Zitat von nikaAlles ganz schöne Phrasen, die da in den Wind geblasen werden. Mal schauen, wie lange diese Regierung es durchhält. Mit Populismus ist man noch nie weit gekommen. Es ist schade, dass die Gelder, die bisher nach Griechenland geflossen sind, "verbrannt" wurden. Ein Schuldenschnitt vor einigen Jahren wäre der richtige Schritt gewesen. Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende...
Da können sie sich bei der Merkel bedanken,dafür das es nun doch ein schrecken ohne ende wird . Natürlich wäre es besser gewesen den die schulden zu erlassen ,aber da hätten Banken und Versicherungen auf Geld verzichten müssen . Wenn nun der schulden schnitt erfolgt tragen die Steuerzahler die Verluste .
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