Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Energieabkommen: Griechenland plant offenbar Milliarden-Deal mit Russland

Von , Athen

"Hunderte Millionen" Dollar versprach Russlands Präsident Putin für eine Beteiligung Griechenlands an einer Gaspipeline. Kommende Woche sollen nach Informationen von SPIEGEL ONLINE womöglich erste Verträge unterzeichnet werden - und Milliarden fließen.

Handschlag zwischen Lafazanis, Tsipras und Putin (v.l.) am 8. April in Moskau: Kurzfristig Geld für die Staatskasse Zur Großansicht
REUTERS

Handschlag zwischen Lafazanis, Tsipras und Putin (v.l.) am 8. April in Moskau: Kurzfristig Geld für die Staatskasse

Griechenland will nach Informationen von SPIEGEL ONLINE Anfang nächster Woche ein Energieabkommen mit Russland unterzeichnen. Das Abkommen könnte dem von der Pleite bedrohten Land kurzfristig bis zu fünf Milliarden Euro in bar in die Staatskasse bringen.

Das Geld soll in Form einer Vorauszahlung für die neue Pipeline Turkish Stream fließen, die russisches Gas über die Türkei und Griechenland nach Europa bringen soll. Die Höhe der Vorauszahlung wird mit drei bis fünf Milliarden Euro angegeben.

Ein hochrangiger Beamter der Regierungspartei Syriza, der direkt mit dem Vorgang vertraut ist, sagte SPIEGEL ONLINE: Der Deal könne für Griechenland "das Blatt wenden". Das Land steht derzeit in angespannten Verhandlungen mit Europa und dem IWF über die Freigabe weiterer Rettungskredite.

Das Abkommen soll voraussichtlich am kommenden Dienstag unterzeichnet werden. Das Vorhaben wurde in Moskau während des Besuchs von Premierminister Alexis Tsipras und Energieminister Panagiotis Lafazanis mit Russlands Präsident Wladimir Putin beraten.

Die Mittel aus Russland sollen eine Vorauszahlung auf zukünftige Gewinne sein, die Griechenland durch die Transitgebühren einnehmen könne. Die Pipeline wird voraussichtlich 2019 in Betrieb gehen. Dann anfallende Einnahmen für die Griechen würden mit der Vorauszahlung verrechnet.

Die griechische Finanzwochenzeitung "Agora" berichtet in der Samstagausgabe, dass die griechische Regierung auf diesen Deal mit Russland setze. "Die Regierung hofft, über den Kreml dringend benötigte Finanzmittel zu bekommen. Dadurch will sie die Verhandlungen mit den Euro-Partnern bis Juni aufschieben", heißt es im Aufmacher der Zeitung.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 361 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Legitim
roby 17.04.2015
Da Schäuble und Europa den Griechen keinen Erfolg gönnen werden und den Geldhahn zudrehen, um die Linke Regierung zu diskreditieren, ist es legitim von Tsipras, dass er das tut.
2.
spon_2540804 17.04.2015
die Russen sollten vorsichtig sein. das Geld wir Griechenland nehmen aber dann auf Druck der EU einen Rückzieher machen.
3. Hellas hat zwei Gesichter
VirusXX 17.04.2015
Die Griechen sind schlaue Füchse, jetzt machen die eben Geschäfte mit Russland und die EU und die USA haben das Nachsehen.Das Doppelspiel wird aber auf langer Sicht nicht gut ausgehen für die Kämpferischen Linken Griechen.
4. Hoffentlich geht das gut.
webdrake 17.04.2015
So wie die sich bisher angestellt haben, ist der Gewinn der nächsten 10-15 Jahre schon lange vor dem ersten spatenstich verbraucht ohne substanziell irgendwas auf den richtigen Weg gebracht zu haben. Hoffentlich liefern sie das griechische Volk und deren Regierungen dabei nicht wenigstens auch noch an Putin aus...
5. Gut gemacht
Gérard180862 17.04.2015
Die Realität ist das die IWF und die EU nur die Aktivposten von Griechenland wollen, also Papier gegen national Schätze und rentable staatliche Unternehmen, dadurch (wegen dem Ausfall an Einnahmen) wachsen die Staatsdefizite. Griechenland soll erhliche Partner suchen und seine alste Währung einführen um wieder auf Exportkurs kommen. Europa ist ein Witz.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Griechenland-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: