Griechenland Schlepper brachten Flüchtlinge per Kleinflugzeug nach Italien

Schleuser finden immer neue Wege, um Flüchtlinge nach Europa zu bringen: In Griechenland hat die Polizei nun Schlepper festgenommen, die Dutzende Migranten in einer Propellermaschine nach Italien geflogen hatten.

Beschlagnahmtes Flugzeug der Schmuggler
AFP PHOTO / GREEK POLICE

Beschlagnahmtes Flugzeug der Schmuggler


Die Polizei hat in der westgriechischen Stadt Mesolongi einen Schlepperring gesprengt. Die Gruppe soll seit September 2015 mindestens zwölfmal Flüchtlinge in einem einmotorigen Flugzeug von Griechenland nach Italien ausgeflogen haben.

Nun sei der Pilot gestoppt worden, als er gerade mit sieben Irakern an Bord abheben wollte, teilte die Polizei mit. Insgesamt seien neun mutmaßliche Schleuser festgenommen worden, darunter auch der frühere Bürgermeister der Kleinstadt Mesolongi. Ein 47-jähriger Iraker wird verdächtigt, die Schlepperbande angeführt zu haben.

Die Gruppe habe in den vergangenen Monaten in Athen und Umgebung gezielt Flüchtlinge angesprochen und ihre Dienste angeboten. Pro Kopf mussten die Passagiere nach Angaben der Polizei zwischen 4.500 und 7.500 Euro für den Flug über das Mittelmeer nach Italien bezahlen. Die Schleuser sollen innerhalb weniger Monate 400.000 Euro verdient haben.

Seitdem Mazedonien seine Grenze zu Griechenland geschlossen hat, sei die Nachfrage nach den Schmuggelflügen drastisch gestiegen. Allein in den vergangenen zwei Wochen soll die Propellermaschine drei Mal Flüchtlinge nach Italien gebracht haben.

Die Polizei beschlagnahmte das Flugzeug der Beschuldigten sowie mehr als 34.000 Euro Bargeld, zwei Autos, 700 Gramm Cannabis und Munition. Die Fahndung nach weiteren Mittätern - drei Italienern und einem Griechen - dauert an.

syd/AFP



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