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Entschädigung für Nazi-Opfer: SPD und Grüne lehnten einst Griechen-Fonds ab

Deutsche Nazi-Truppen 1944 im griechischen Distomo: Ruf nach Entschädigung Zur Großansicht
DPA

Deutsche Nazi-Truppen 1944 im griechischen Distomo: Ruf nach Entschädigung

Es sollte ein versöhnliches Signal sein, als SPD und Grüne jüngst eine Stiftung zur Entschädigung griechischer Nazi-Opfer anregten. Laut SPIEGEL hat Rot-Grün ein solches Projekt vor Jahren aber selbst verhindert.

SPD und Grüne setzen auf die Vergesslichkeit der Öffentlichkeit: Gesine Schwan, Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission, hat kürzlich eine Stiftung zur Entschädigung von NS-Opfern in Griechenland vorgeschlagen, führende Grünen-Politiker stimmten sofort zu - dabei hatten SPD und Grüne vor 15 Jahren ein solches Projekt verhindert. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Idee stammte von der SPD-Linken Sigrid Skarpelis-Sperk und der damaligen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Sie wollten griechische NS-Opfer aus einem "deutsch-griechischen Zukunftsfonds" entschädigen. Zwar hatte die Bundesrepublik bereits nach 1960 zu diesem Zweck 115 Millionen D-Mark an Athen überwiesen, doch der Betrag war bei Weitem nicht ausreichend. Manche Opfer gingen leer aus, andere erhielten weniger als 20 Mark. Dennoch lehnten das Auswärtige Amt, geführt von Joschka Fischer (Grüne), und das Kanzleramt unter Gerhard Schröder (SPD) den Vorschlag ab.

Kurioserweise gibt es bereits seit vergangenem September einen "deutsch-griechischen Zukunftsfonds", den das Auswärtige Amt finanziert. Er soll allerdings nur "wissenschaftliche und gesellschaftliche Aktivitäten zur historischen Aufarbeitung der Weltkriegsereignisse fördern". Für die letzten Überlebenden ist kein Geld vorgesehen.

Gesine Schwan, zweimalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, hatte in einem Gastkommentar für SPIEGEL ONLINE eine Verständigung mit Griechenland in der Reparationsfrage angemahnt. Es wirke "peinlich, wenn das reiche Deutschland vom armen Griechenland aktuell die Rückzahlung der Schulden verlangt, selbst aber nicht bereit ist, über eine Rückzahlung des Zwangskredits, den NS-Deutschland von Griechenland im Krieg erhoben hat, auch nur zu sprechen", schrieb Schwan. Auch SPD-Vize Ralf Stegner und Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hatten sich dafür ausgesprochen, auf Griechenland zuzugehen.

Die Bundesregierung betont dagegen stets, sie halte die Frage der Reparationen für "politisch und juristisch abgeschlossen". Zuletzt hatte Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras das Thema bei seinem Antrittsbesuch im Kanzleramt angesprochen und die moralische und ethische Verantwortung Deutschlands betont.

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1. Adenauer ...
vox veritas 28.03.2015
... hat es vorgemacht. "Was geht mich mein Geschwätz von gestern an."
2. Ja ja das sind
clau-roth 28.03.2015
die Berühmten Erinnerung - Lücken. Vormals in der Regierung heute ( GRÜNE ) in der Opposition.
3. Damals waren sie anderer Meinung.
vhancer 28.03.2015
Man stelle sich nur vor: Noch ein paar Jahre vorher haben die Landsleute von diesen scheinheiligen SPD- und Grünenpolitikern sogar die Verbrechen begangen, die letztlich eine Entschädigung überhaupt zur Frage stellen. Was für eine Meldung! Und noch früher lebten die Vorfahren dieser Politiker in Höhlen! Können wir nach diesen unglaublichen Erkenntnissen diesen verlogenen Politikern noch trauen?
4. Nebelkerzen
Brutella 28.03.2015
Mag ja sein, dass man den Griechen hier entgegenkommen sollte. Nur ändert das überhaupt nichts and deren jetzigen wirtschaftlichen Misere.
5. Gesine Schwan
torstenschäfer 28.03.2015
Gesine Schwan sagt, es sei peinlich, wenn das reiche Deutschland vom armen Griechenland aktuell die Rückzahlung der Schulden verlangt. Ich finde es eher noch peinlicher, dass Frau Schwan offensichtlich nicht mal weiß, dass aktuell keine Rückzahlungen an Deutschland gefordert werden. Diese Dame wollte Bundespräsidentin werden? Da haben wir aber noch mal Glück gehabt.
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