Haft in der Türkei Tausende Griechen fordern Freilassung von Soldaten

Weil sie eine militärische Sperrzone der Türkei betreten haben, sitzen zwei griechische Soldaten seit zehn Tagen in türkischer Haft. In Griechenland ist die Solidarität mit den Männern groß.

Fahrrad-Rallye als Unterstützung für inhaftierte Soldaten
AFP

Fahrrad-Rallye als Unterstützung für inhaftierte Soldaten


Griechenland spricht von einem Versehen, die Türkei vermutet einen Spionageversuch: Am 1. März sind zwei griechische Soldaten in eine militärische Sperrzone der Türkei eingedrungen. Seither sitzen die Männer in Haft. In der griechischen Grenzstadt Orestiada forderten nun rund 5000 Menschen ihre sofortige Freilassung.

"Es kann nicht sein, dass ein Nato-Land Soldaten eines anderen Nato-Staats als Geiseln hält", sagte der Bürgermeister von Orestiada, Wassilis Mavridis, wie griechische Fernsehsender berichteten.

Die Soldaten, ein Leutnant und ein Feldwebel, waren nach dem Überschreiten der Grenze zur Türkei von einer türkischen Patrouille festgenommen worden. Die beiden griechischen Militärs hätten sich "offenbar verlaufen", hieß es in einer Erklärung des griechischen Heeres. Am Tag der Festnahme hätte es stark geschneit. Zudem habe dichter Nebel geherrscht, hieß es weiter. Ein türkisches Gericht wirft den Männern jedoch versuchte Militärspionage und das Eindringen in eine militärische Sperrzone vor und ordnete Untersuchungshaft an.

Der Fall belastet das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei weiter. Griechische Politiker befürchten, die Türkei könnte die beiden Soldaten als politische Geiseln gefangen halten, um die Auslieferung mutmaßlicher türkischer Putschisten zu erzwingen.

Die Regierung in Ankara fordert seit Längerem die Auslieferung von acht Soldaten, die sich nach dem Putschversuch im Juli 2016 mit einem Hubschrauber nach Griechenland abgesetzt hatten.

asc/dpa



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