Griechenland-Türkei Grenzpolizisten jagen Flüchtlinge in Minenfeld

Der Umgang mit Flüchtlingen an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei entsetzt deutsche Polizisten. Die Beamten, die dort in der europäischen Einheit Frontex im Einsatz sind, berichten nach SPIEGEL-Information von Schüssen und menschenunwürdigen Aufnahmelagern.


Hamburg - Der Umgang mit Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze schlägt selbst hartgesottenen deutschen Polizisten aufs Gemüt, die dort im Rahmen der europäischen Polizeieinheit Frontex im Einsatz sind. Menschen würden mit körperlicher Gewalt am Grenzübertritt gehindert, berichten deutsche Beamte nach SPIEGEL-Information, zum Teil würden sie mit Schüssen vertrieben und dabei in ein Gebiet mit Panzerminen gejagt.

Festgenommene würden in baufälligen Kastenwagen ohne Sitze und Fenster in Aufnahmelager transportiert, wo sie unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht und vernommen würden. Die hygienischen Zustände dort seien so schlecht, dass Beamte Mundschutz und Handschuhe trügen. Weil Methoden und Umstände gegen deutsches Recht verstießen, hat der zuständige Kontingentleiter bereits angeordnet, dass seine Beamten sich nicht mehr an bestimmten Einsätzen beteiligen.

Ende November flogen Beamte des Bundesinnenministeriums nach Griechenland, um sich ein Bild von den Zuständen zu machen. "Deutschland betrachtet die Entwicklung mit Sorge und hat Griechenland bereits aufgefordert, die Situation der Flüchtlinge zu verbessern", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

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