Kreta Vermummte stürmen deutsches Konsulat

Zehn Menschen sind in das Gebäude des deutschen Konsulats auf der Insel Kreta eingedrungen. Sie hängten ein Banner auf, mit dem sie gegen die türkische Offensive in Afrin im Norden Syriens protestierten.

Banner am deutschen Konsulat
AFP

Banner am deutschen Konsulat


Seit zwei Monaten geht die Türkei in der nordsyrischen Region Afrin gewaltsam gegen Kurden vor - dagegen wollte nun eine Gruppe Unbekannter protestieren. Sie ist dafür am Freitag in das Gebäude des deutschen Konsulats auf Kreta eingedrungen und hat dort für Verwüstung gesorgt.

Nach Angaben des Konsulats richteten die zehn vermummten Personen Sachschäden an, Fensterscheiben sollen zu Bruch gegangen sein. Zudem hängten sie ein Banner aus einem der Fenster, auf dem unter anderem in falscher Rechtschreibung stand: "Wiederstand ist Leben" und "Solidarität mit Afrin".

Es war nicht sofort klar, warum sich die Gruppe ausgerechnet die deutsche Vertretung ausgesucht hatte. Von dort sollen die Eindringlinge auch E-Mails und Fax-Nachrichten an die türkische Botschaft in Athen sowie an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geschickt haben, heißt es auf der Website ekathimerini.com. Im Konsulat auf Kreta arbeitet kein offizieller Diplomat der Bundesrepublik, auch deshalb war das Gebäude unbewacht.

Derartige Angriffe auf Geschäfte, Botschaften und Regierungsgebäude sind in Griechenland nicht ungewöhnlich. Mit der Finanzkrise hat ihre Zahl weiter zugenommen.

vks/Reuters/Mitarbeit: Giorgio Christides



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