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Streit über Flüchtlingspolitik: Griechenland zieht Botschafter aus Österreich zurück

Die griechische Regierung ruft ihren Botschafter aus Österreich für Beratungen zurück. Grund ist Athens Ärger über die Westbalkankonferenz in Wien.

Griechische Botschaft in Wien: Diplomatischer Zwist Zur Großansicht
AFP

Griechische Botschaft in Wien: Diplomatischer Zwist

Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias hat seinen obersten Diplomaten aus Österreich zurückgerufen. Dieser Schritt sei notwendig um "die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Staaten und Völkern Griechenlands und Österreichs zu bewahren", teilte die Regierung in Athen mit.

Am Mittwoch hatte die Regierung in Wien eine Konferenz mit den Ländern des Westbalkans organisiert. Bei dem Treffen berieten die Staaten über Wege, die Zahl der Flüchtlinge in Europa zu begrenzen. Griechenland war bei dem Gipfel nicht vertreten.

Die Westbalkankonferenz habe die Grundsätze der europäischen Einigungen verletzt, kritisierte Kotzias. "Die großen Probleme der Europäischen Union können nicht bewältigt werden mit einer Mentalität, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat", hieß es in einer Erklärung des Athener Außenministeriums.

In den vergangenen Monaten sind Hunderttausende Migranten in Schlauchbooten von der Türkei über das Mittelmeer nach Griechenland gelangt. Von dort ziehen sie über den Balkan weiter nach Mitteleuropa.

Die Regierung in Athen fürchtet, dass viele Migranten in Griechenland festsitzen, wenn immer mehr Balkanstaaten ihre Grenzen stärker sichern. Ministerpräsident Alexis Tsipras drohte am Mittwochabend, Entscheidungen in Brüssel zu blockieren, wenn andere EU-Länder ihrer Verantwortung nicht gerecht würden.

"Griechenland wird es nicht hinnehmen, Europas Libanon zu werden", sagte Innenminister Ioannis Mouzalas mit Blick auf das Land, das ein Viertel aller ins Ausland geflohenen Syrer beherbergt.

syd/Reuters

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