Griechische Talkshow Neonazi-Politiker prügelt auf linke Kollegin ein

Erst gab es nur eine Wasserdusche, dann flogen die Fäuste: Ein Politiker der griechischen Neonazi-Partei hat linke Kolleginnen in einem TV-Studio attackiert. Auslöser war eine Bemerkung über seine angebliche Beteiligung an einem Raubüberfall. Der Mann ist auf der Flucht.

DPA/ Antenna TV

Athen - Eklat vor laufenden Kameras: Nach einem Streitgespräch übergoss Ilias Kasidiaris, Sprecher der Neonazi-Partei Chrysi Avgi ("Goldene Morgenröte"), die Vertreterin des Linksbündnisses Syriza, Rena Dourou, mit einem Glas Wasser.

Doch das war erst der Anfang. Anschließend versetzte er Liana Kanelli, Vertreterin der kommunistischen Partei, zwei Ohrfeigen und einen Faustschlag. Den Clip des Eklats sehen Sie hier.

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagmorgen. Nach den Attacken im Morgenmagazin des Privatsenders ANT1 verließ der Neonazi das Studio.

Auslöser für die Attacke war eine Anmerkung der Syriza-Vertreterin zu seiner angeblichen Beteiligung an einem bewaffneten Raubüberfall vor fünf Jahren. Das Gerichtsverfahren gegen Kasidiaris sollte am Mittwoch beginnen, wurde aber auf kommenden Montag vertagt.

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Attacke im TV-Studio: Wüster Angriff mit Faust und Wasserglas
Nach Angaben eines Gerichtssprechers ordnete die Staatsanwaltschaft von Athen nach den Vorfällen die Festnahme des Neonazis an. Dieser konnte aus den Fernsehstudios entkommen. Laut einer Journalistin versuchten Mitarbeiter des Senders noch vergeblich ihn aufzuhalten.

Die Neonazi-Partei Chrysi Avgi hatte bei der Parlamentswahl Anfang Mai 6,9 Prozent der Stimmen erhalten. Es war das erste Mal seit Ende der Militärherrschaft im Jahr 1974, dass eine eindeutig neonazistische Partei den Einzug ins Parlament schaffte. Nach jüngsten Meinungsumfragen muss sie bei der Neuwahl am 17. Juni mit Stimmverlusten rechnen, könnte aber im Parlament bleiben.

lei/dpa/AFP

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