Geplanter Anschlag auf Konzert Junger Brite muss lebenslang in Haft

Er wollte offenbar bei einem Konzert von Elton John eine Bombe zünden, weitere Anschläge waren geplant: Ein 19-jähriger Brite muss wegen der Vorbereitung eines "Massenmords" lebenslang ins Gefängnis.

Haroon S.
AFP

Haroon S.


Ein Gericht in London hat einen 19-jährigen Islamisten wegen des geplanten Anschlags auf ein Konzert des Popstars Elton John zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Haroon S. habe einen "Massenmord" vorbereitet und könne daher frühestens nach 16 Jahren vorzeitig entlassen werden, entschied das Gericht am Montag.

Der Mann hatte sich im April schuldig bekannt, 2016 mehrere Anschläge geplant zu haben. Als Ziele hatte er die Oxford Street ausgewählt, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der britischen Hauptstadt, sowie ein Konzert von Elton John im Hyde Park am 11. September 2016. Das Datum markierte den 15. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA. Zu dem Konzert, bei dem auch die britische Ska-Band Madness aufgetreten war, waren 50.000 Zuschauer gekommen.

"Sie wurden nicht geködert"

Im Prozess stellte sich heraus, dass Haroon S. von Mitgliedern der inzwischen verbotenen Islamistengruppe al-Muhajiroun des bekannten Predigers Anjem Choudary zu den Terrorplänen inspiriert wurde. Der Richter Michael Topolski stellte aber klar: "Sie wurden nicht geködert, Sie wurden nicht angelockt, Sie wurden nicht verführt." S. habe sich der "Ideologie einer brutalen und barbarischen Organisation zutiefst verpflichtet" gefühlt.

Nach Polizeiangaben wollte S. sich für seine Anschlagspläne ein Maschinengewehr, weitere Waffen, eine Sprengstoffweste und eine Bombe verschaffen. Er bekam aber nicht die notwendigen Kredite, um die Waffenkäufe zu finanzieren.

Deshalb soll er sich im Internet an einen vermeintlichen Gesinnungsgenossen gewandt haben. Bei dem Mann handelte es sich allerdings in Wirklichkeit um einen Agenten des britischen Geheimdienstes. Ihn bat S. nach Informationen der Ermittler um eine Bombe, die mit möglichst vielen Nägeln gefüllt sein sollte und die er an einem belebten Ort explodieren lassen wollte. Außerdem soll er nach einer Sprengstoffweste gefragt haben, mit der er den "Märtyrertod" sterben wollte.

Der junge Mann wurde im September 2016 festgenommen. Im vergangenen Jahr war bereits sein 23-jähriger Bruder zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, weil er die Enthauptung eines Soldaten geplant hatte.

mja/AFP



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