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Großbritannien: Behörden verschlampen Millionen vertrauliche Daten

Neue Datenpanne in Großbritannien: Britische Behörden haben schon wieder vertrauliche Daten verschlampt - private Angaben von mehr als drei Millionen Fahrschülern sind verschwunden. Vor wenigen Wochen löste der Verlust von sensiblen Bankdetails fast eine Regierungskrise aus.

London - Die CD-Rom mit Namen, Adressen und Telefonnummern von mehr als drei Millionen Fahrschülern wird bereits seit Mai vermisst, teilte Verkehrsministerin Ruth Kelly in London mit. Ein für die britischen Behörden arbeitendes Privatunternehmen hatte die Daten in den USA gespeichert, sagte Kelly in einer Erklärung an das Parlament. Zugleich entschuldigte sich die Ministerin bei den Betroffenen für die Verunsicherung und mögliche Sorgen. Eine wirkliche Gefahr scheine für sie durch den Datenverlust aber nicht zu bestehen.

Der Datenträger enthielt Informationen über Kandidaten für den theoretischen Teil der Führerscheinprüfung im Vereinigten Königreich. Auf der CD-Rom seien auch Geburtsdaten, Prüfungsort und Informationen über die Zahlung der Gebühren gespeichert. Einzelheiten über Konten der Fahrschüler seien jedoch nicht verzeichnet gewesen, sagte Kelly.

Erst im November war der Verlust von zwei CDs mit den persönlichen Daten von 25 Millionen Personen bei der britischen Steuerbehörde bekannt geworden. Auf den CDs befinden sich die Daten von 7,25 Millionen Familien, die Kindergeld erhalten, darunter Anschrift, Geburtsdaten und Bankverbindungen. Die Datenträger verschwanden in der Hauspost auf dem Weg von der Steuerbehörde zur Rechnungsprüfungsbehörde. Durch die Panne war auch die Regierung von Premierminister Gordon Brown unter Druck geraten.

Finanzminister Alistair Darling sagte gestern, erste Ermittlungen hätten einige Aufzeichnungsfehler im Umgang mit Daten in seinem Ressort ergeben. Hinweise auf Betrug als Folge des Verlusts seien nicht gefunden worden. Premierminister Gordon Brown strebt für das Jahr 2009 die Einführung eines Personalausweises auf nationaler Ebene an. Das System soll der Verbesserung der Sicherheit und der Kontrolle der Einwanderung dienen. Der Ausweis soll biografische und biometrische Angaben enthalten. Kritiker befürchten, dass die Datensicherheit dennoch nicht gewährleistet sei.

amz/AFP/dpa

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