Großbritannien Eine Million Unterschriften gegen Trumps Besuch bei der Queen

Queen Elizabeth II. hat Donald Trump zum Staatsbesuch eingeladen. Diesen Termin wollen mehr als eine Million Menschen Ihrer Majestät gerne ersparen.

Queen Elizabeth II.
AFP

Queen Elizabeth II.


Mehr als eine Million Menschen haben eine Onlinepetition gegen den Staatsbesuch von Donald Trump in Großbritannien unterzeichnet. Dem US-Präsidenten solle die Einreise nach Großbritannien erlaubt werden, allerdings solle er nicht zu einem offiziellen Staatsbesuch eingeladen werden - um die Queen nicht in Verlegenheit zu bringen, heißt es in der Petition.

Aus Sicht der Unterzeichner sollte Trump wegen seiner Frauenfeindlichkeit und seines Benehmens nicht von der Queen empfangen und während seiner Amtszeit nicht zu einem Staatsbesuch eingeladen werden. Offiziell läuft die Petition noch bis Ende Mai. Doch ein Ziel ist bereits erreicht: Da mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet haben, muss sich das Parlament mit der Petition befassen.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte Trump bei ihrem Besuch in den USA im Namen von Queen Elizabeth II. zum Staatsbesuch nach London eingeladen, der US-Präsident nahm an.

Theresa May und Donald Trump
AP

Theresa May und Donald Trump

Die Petition wurde bereits vor Mays Reise nach Washington gestartet. Doch kurz nach dem Treffen unterschrieb Trump ein umstrittenes Dekret, das Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern an der Einreise in die USA hindert. Seitdem ist die Zahl der Unterzeichner stark gestiegen.

Zu den prominenten Unterstützern gehört Labour-Chef Jeremy Corbyn. Auf Twitter rief er dazu auf, zu unterschreiben. "Trump sollte nicht in Großbritannien begrüßt werden, weil er mit dem beschämenden Muslim-Bann und Attacken gegen Frauen und Flüchtlinge unsere Werte missbraucht", schrieb der Politiker.

Corbyn kritisierte Premierministerin May. Er forderte sie auf, den Staatsbesuch Trumps zu verschieben und die Handlungen des US-Präsidenten zu verurteilen. "Theresa May muss sich Trumps Hass entgegenstellen", schrieb er auf Twitter. Auch in der eigenen Partei war May für ihr anfängliches Schweigen zur Entscheidung Trumps kritisiert worden.

Die geplante Staatsvisite Trumps in Großbritannien, für die es noch keinen Termin gibt, verspricht ohnehin heikel zu werden. In britischen Medien kursierten am Wochenende Berichte, Trumps Team habe die Sorge geäußert, Proteste und ein Fokus der Presse auf Trumps Haltung zum Klimawandel könnten den Besuch überschatten.

brk/Reuters/dpa

insgesamt 152 Beiträge
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karl-ecker, 30.01.2017
1. Ich bin ja so froh
dass heute jede Reinemachfrau Politik zu machen glaubt zu müssen. Irgendjemand muss der Queen doch mal sagen, was sie zu tun und zu lassen hat. Und May genauso. Das Establishment lacht sich schlapp.l Und ich mit.
syssifus 30.01.2017
2. Not amused
Die Queen wird not amused sein,wenn ihre Untertanen sich erdreisten ihr die Besucher auszuwählen.Obwohl ich kein Brite und Blaublüter bin, suche auch ich mir meine Besucher/Freunde selber aus.
kmgeo 30.01.2017
3. Unabhängigkeit der Krone
Das ist ein ganz schwieriger Fall, weil die Queen ja eigentlich nur repräsentiert und bspw. ihre Rede zur Parlamentseröffnung nicht selbst schreibt. Vermutlich war aber der Vorstoss von Frau May nicht unabgestimmt, da sie ja einmal pro Woche mit HRH spricht. Und der Palast hat Wege und Mittel, auch informell zu kommunizieren, denn die Queen etwas nicht so gut findet. Dass die Hände, die sie bisher geschüttelt hat, nicht immer blütenrein weiß waren, steht dahin. Politik nach Referendum oder Politik nach Poll-Ergebnissen ist sicherlich auch nicht zielführend. Zum Glück ist HRH aber im großen und ganzen sehr vernünftig und pragmatisch - sie wird es wohl aussitzen und sowieso länger die Entwicklungen in USA betrachten als DT.
felix_tabris 30.01.2017
4. Trump-Besuch
Ich finde überall weltweit sollte ein Besuch von Trump zur Meinungs-Demonstration unter dem Motto "IMPEACHMENT" genutzt werden und deutlich zu zeigen, dass dieser Deskret-Populist nicht willkommen ist.
reflektiert_ist_besser 30.01.2017
5. Panik
welche Panik muss May nach dem Brexit spüren, wenn sie sich peinlich bis über beide Ohren an Trump anbiedert? Und jetzt soll die Queen dem ganzen noch etwas Niveau geben? Mein Mitleid hat sie.
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