Nach Abstimmung im Parlament Großbritannien bombardiert IS-Ölfelder in Syrien

Das britische Unterhaus hat für Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat" in Syrien gestimmt. Nur wenige Stunden später waren bereits die ersten Kampfflieger im Einsatz. Ziel der Bombenangriffe waren von der Terrormiliz kontrollierte Ölfelder.


Die britische Luftwaffe hat erstmals Stellungen des "Islamischen Staats" (IS) in Syrien beschossen. Tornados der Royal Air Force hätten "die ersten Offensiveinsätze über Syrien" geflogen und dabei Angriffe ausgeführt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in London. Verteidigungsminister Fallon teilte am Morgen mit, Ziel der "erfolgreichen" Angriffe seien Ölfelder im Osten Syriens gewesen.

Das Parlament hatte erst wenige Stunden zuvor mit deutlicher Mehrheit eine Ausweitung des Kampfeinsatzes auf das Bürgerkriegsland gebilligt. 397 Abgeordnete votierten am Mittwochabend in London für den Vorschlag der konservativen Regierung, 223 Abgeordnete dagegen.

Großbritannien ist im Irak bereits an den Luftangriffen der US-geführten Koalition gegen den IS beteiligt. Nach der Abstimmung über den Syrien-Einsatz schrieb Premier David Cameron bei Twitter: "Das Unterhaus hat die richtige Entscheidung getroffen, um Großbritanniens Sicherheit zu bewahren."

Russland begrüßte in einem kurzem Stetement des Kreml die britischen Angriffe. Moskau heiße jegliche Aktion gegen den IS willkommen. Auch US-Präsident Barack Obama begrüßte das Votum Großbritanniens und nannte das Land einen der wichtigsten Partner für die USA im Kampf gegen den IS.

Zustimmung kam auch von Frankreichs Präsident François Hollande. Er versucht seit den Terroranschlägen vom 13. November in Paris die internationale Anti-IS-Koalition auszuweiten. In Großbritannien hatte es bisher Vorbehalte gegen Luftangriffe in Syrien gegeben: Im August 2013 verweigerte das britische Parlament Cameron die Zustimmung. Vor der jüngsten Abstimmung hatte es auch in der Bevölkerung Proteste gegeben.

aar/dpa/AFP

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