Britisches Parlament Jeder fünfte Mitarbeiter klagt über sexuelle Belästigung

Etwa jeder fünfte Mitarbeiter des britischen Parlaments ist im vergangenen Jahr bei der Arbeit sexuell belästigt worden oder hat sexuelle Belästigung beobachtet. Das geht aus einer Studie des Unterhauses hervor.

Britisches Unterhaus
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Eine Arbeitsgruppe des britischen Parlaments empfiehlt einen umfassenden Strafkatalog und einen neuen Verhaltenskodex. Denn im Jahre 2017 ist etwa jeder fünfte Mitarbeiter bei der Arbeit sexuell belästigt worden oder hat sexuelle Belästigung beobachtet. Das ist das Ergebnis einer jetzt vom Parlament in Großbritannien veröffentlichen Studie.

Nichtsexuelle Belästigung oder Mobbing hat demnach im selben Zeitraum ein Drittel der 1377 Umfrageteilnehmer - und etwa die Hälfte der teilnehmenden Frauen - erfahren.

Die Veröffentlichung des Berichts sei "ein großer Tag für das Parlament und unsere Politik", sagte Andrea Leadsom, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe. Das Gremium machte auch gleich mehrere Vorschläge zur Verbesserung des Mitarbeiterschutzes. So soll ein neuer Verhaltenskodex erstellt werden sowie ein unabhängiges und vertrauliches Beschwerdeverfahren.

Die neue Prozedur werde zeigen, "dass wir das beste Parlament der Welt sein wollen", wenn es um den respektvollen Umgang mit Mitarbeitern gehe, sagte Leadsom. Das Gremium empfahl außerdem Bestrafungen, die von schriftlichen Entschuldigungen bis hin zur Abberufung von Parlamentariern reichen sollen.

Mit dem Bericht reagiert das Parlament auf eine Reihe von Anschuldigungen, die infolge des Skandals um den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein öffentlich wurden. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe werden nun in beiden Kammern des Parlaments geprüft. Eine Debatte ist für Ende Februar geplant.

als/AFP

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