Großbritannien Premier Brown kann sich Militärschlag gegen Iran vorstellen

Er schließt nichts aus: Großbritanniens Regierungschef Brown kann sich im Atom-Streit mit Iran auch einen Militärschlag vorstellen. Allerdings hofft der Labour-Politiker nach wie vor auf eine friedliche Lösung des Konflikts.


Hamburg/London - "Wir sind bereit, diplomatische Mittel und Sanktionen weiter zu nutzen, um das Problem in den Griff zu bekommen", sagt Großbritanniens Premierminister Gordon Brown. Aber der Labour-Politiker sagt gleichzeitig: "Ich schließe nichts aus" - auch keinen Militärschlag. Das entschlossene Vorgehen des Irans bei der Urananreicherung dürfe nicht unbeantwortet bleiben und bedeute eine Verletzung des Atomwaffensperrvertrags, erklärte Brown heute in London. Großbritannien nehme die nuklearen Bestrebungen von Iran sehr ernst.

Der Westen verdächtigt Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Der Uno-Sicherheitsrat verlangt von Iran einen Stopp der Urananreicherung, die als Schlüsseltechnik beim Bau von Atomwaffen gilt. Iran hat den Verdacht zurückgewiesen, an Atombomben zu arbeiten - das Nuklearprogramm diene friedlichen Zwecken.

Brown beschuldigte Iran zudem, im Irak für "Gewalt, Terrorismus und den Verlust von Menschenleben" verantwortlich zu sein. Am Nachmittag wird der Regierungschef vor dem Parlament seine Strategie im Irak erläutern. Er hatte bereits vergangene Woche angekündigt, bis Weihnachten 1000 der 5500 britischen Soldaten im Irak nach Hause zu holen. Ein Abzug sei jedoch nicht das Eingeständnis einer Niederlage, betonte Brown.

flo/Reuters/dpa

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