Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Botschafter einbestellt: Russische Flugzeuge stören Flugverkehr über Großbritannien

Eine Tupolew Tu-95: Russische Langstreckenbomber über dem Ärmelkanal Zur Großansicht
REUTERS

Eine Tupolew Tu-95: Russische Langstreckenbomber über dem Ärmelkanal

Die russische Luftwaffe übt sich offenbar weiter in der Provokation: Dieses Mal flogen Bomber an Großbritannien entlang, bis zum Ärmelkanal. London bestellte daraufhin Moskaus Abgesandten ein.

London - Russische Militärflugzeuge sind nach Informationen des Außenministeriums in London dem britischen Luftraum nahegekommen und haben den zivilen Luftverkehr in Großbritannien gestört. Die Flugzeuge seien von britischen Kampfflugzeugen eskortiert worden. Wegen des Vorfalls sei der russische Botschafter in London, Alexander Jakowenko, einbestellt worden.

"Die Manöver russischer Flugzeuge am gestrigen Tag sind Teil eines Musters zunehmender Out-of-area-Operationen", sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums am Donnerstag. Bei den Flugzeugen handelte es sich den Angaben zufolge um Langstreckenbomber Tupolew TU-95. Der Sprecher betonte, die Maschinen seien nicht in den britischen Luftraum eingedrungen. Sie seien von Norden entlang der Küste bis zum Ärmelkanal geflogen, ohne vorher die britische Luftsicherheit zu informieren. Sie hätten den zivilen Luftverkehr im "britischen Interessenbereich" gestört.

Signifikante Eskalation

Nach Angaben der britischen Behörden habe es früher schon nahe Flüge russischer Bomber vor der Küste Schottlands gegeben. Deswegen seien in den vergangenen Monaten mehrmals Typhoon-Kampfjets der britischen Luftwaffe aufgestiegen. Zuvor seien die russischen Flugzeuge jedoch nie so weit in Richtung Süden geflogen. Einer Regierungsquelle zufolge stelle der erneute Vorfall am Mittwoch eine "signifikante Eskalation" dar.

In den vergangenen Monaten hatte es bereits in Skandinavien ähnliche Vorfälle gegeben. Schweden und Dänemark warfen Russland im Dezember vor, beinahe einen Zusammenstoß zweier Flugzeuge nahe Kopenhagen verursacht zu haben. Auch sie bestellten die jeweiligen Botschafter in ihren Ländern ein.

Angesichts der Spannungen in der Ostukraine ließen Nato-Staaten im vergangenen Jahr hundertmal Kampfjets aufsteigen, um russische Flugzeuge abzufangen. Nach Angaben des Verteidigungsbündnisses gab es 2013 nur ein Drittel so viele Vorkommnisse.

loe/dpa/AP

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 109 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Interessant
einwerfer 29.01.2015
England hat also einen 'Interessenraum', etwas, das man den Russen abspricht und da als 'altes Denken' brandmarkt ! Aber wie es scheint, spielte sich sowieso alles im internationalen Luftraum ab und es gibt keinerlei Abkommen, welches irgendjemanden verpflichtet, sein Flüge dort vorher irgendjemandem zu notifizieren.
2.
arrache-coeur 29.01.2015
"dem britischen Luftraum nahegekommen" - Also wieder mal nur heisse Luft.
3. Na ja,
epigone 29.01.2015
wir fliegen täglich an der russischen Grenze entlang, jetzt machen's die Russen ebenso. Wenn man denen von Raketenabwehrsystemen bis hin zu Kampfflugzeugstaffeln so allerlei direkt an die Grenze stellt, muss man sich nicht wirklich wundern. Was würden wohl die Amis machen, wenn China oder Russland desgleichen vor der Kalifornischen Küste täten?!
4. Nicht hyperventilieren
Flutterbeer 29.01.2015
Würde sowas im Kalten Krieg eine Meldung wert gewesen sein, dann müsste man extra eine Abteilung aufstellen, die 24/7 im Betrieb ist. Ist nicht mehr als ein Zeichen dafür, dass man sich fast wieder auf dem Niveau des Kalten Krieges befindet und sowohl "Osten" als auch Westen diese Spielchen noch beherrschen.
5. Minderwertigkeitskomplex
Fakler 29.01.2015
Klar, die Sanktionen wirken und Russland hat dem nur wenig entgegenzusetzen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: