Protestpartei Ukip Britische Europakritiker räumen bei Kommunalwahl ab

Die Protestpartei Ukip hat bei Kommunalwahlen große Gewinne verbucht. Die britische Version der Tea-Party-Bewegung kam vor allem bei konservativen Wählern an. Die regierenden Tories und Liberaldemokraten mussten heftige Verluste einstecken.

Zufriedener Ukip-Kandidat: mit Stammtischparolen weit gekommen
REUTERS

Zufriedener Ukip-Kandidat: mit Stammtischparolen weit gekommen


London - Die Schlappe für die Regierungsparteien kam nicht überraschend - aber schmerzhaft ist sie dennoch: Die europakritische und rechtsgerichtete Partei United Kingdom Independence Party (Ukip) hat bei Kommunalwahlen in England ersten Ergebnissen zufolge große Zugewinne verbucht. Die konservativen Tories und die Liberaldemokraten, die die Koalitionsregierung in London stellen, wurden von den Wählern am Donnerstag hingegen zum Teil abgestraft. Im Durchschnitt erreichte die Ukip ersten Auszählungen vom Freitagmorgen zufolge rund 26 Prozent der Stimmen in den Wahlkreisen, in denen sie antrat. Die Stimmenauszählung wird sich wohl noch bis zum Abend hinziehen.

Besonders gut schnitt die Partei in den ländlichen Grafschaften Englands ab, dem Herzland der Konservativen. Aber auch in der Labour-Hochburg South Shields verzeichnete sie einen Achtungserfolg. Dort war bei einer Nachwahl das Unterhausmandat des ehemaligen Außenministers David Miliband zu vergeben, der im März seinen Rücktritt angekündigt hatte. Ukip wurde hier zweitstärkste Partei noch vor den Tories. Die Liberaldemokraten fielen auf Platz sieben zurück. Ukip-Vorsitzender Nigel Farage erklärte, seine Partei sei nun in einer guten Position für die nächste Parlamentswahl im Mai 2015.

Um die mehr als 2300 Sitze, die bei dieser Kommunalwahl in insgesamt 35 Räten in England und Wales zu vergeben waren, hatten sich mehr als 10.000 Kandidaten beworben. In der Hauptstadt London wurde nicht gewählt.

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UK Independence Party: Die Stammtischparolenpartei
Gegen Einwanderer, Windräder und das Rauchverbot in Kneipen

Ukip ist die englische Version der amerikanischen Tea-Party-Bewegung, ein Sammelbecken für enttäuschte Konservative, die in guter Gesellschaft ihre Vorbehalte gegen Grüne, Schwule, Ausländer und die EU pflegen. Parteigründer Nigel Farage, 49, ist ein begnadeter Populist; er kämpft im Namen des angeblich gesunden Menschenverstands gegen das politische Establishment. Die Tories unter David Cameron sind aus seiner Sicht keine echten Konservativen mehr, sondern unterscheiden sich in ihrem Bemühen, modern und politisch korrekt zu sein, kaum noch von Labour und Liberaldemokraten.

Das erste Ziel seit Gründung der Partei vor 20 Jahren war stets der Austritt Großbritanniens aus der EU, daher auch der Name Unabhängigkeitspartei. Inzwischen hat Ukip jedoch das Programm erweitert: Geschimpft wird nicht mehr nur auf Brüssel, sondern auch auf Einwanderer, Windräder und das Rauchverbot in Kneipen. In den ländlichen Grafschaften Englands konnte die Partei auch mit ihrer Ablehnung einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke für die Bahn punkten.

ler/dpa/AFP



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insgesamt 152 Beiträge
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stranzjoseffrauss 03.05.2013
1. Glückwunsch, Nigel Farage!
Ich wünschte unsere Europakritiker wären weniger verkrampft, derzeit sind sie hier ja eher unwählbar, als Finanz-Nerds mit wenig Bezug zum Volk. UKIP jedoch zeigt wie der Brüsselwahn im Zaum gehalten werden kann!
thsteinhauser 03.05.2013
2. Bravo!
Suuuuuper Nigel! Mach so weiter, vielleicht gibts dann bald eine vernünftige Auswanderungsalternative in Europa.
dunnhaupt 03.05.2013
3. Nicht bloß Stammtischparolen
Gewiss ist es ein Fehler der großen Parteien, solche demokratischen Graswurzelbewegungen nicht Ernst zu nehmen, sondern einfach als Stammtischparolen abzutun. Wer zuletzt lacht ...
Christian Wernecke 03.05.2013
4. Erfreuliche Nachrichten
Zitat von sysopREUTERSDie Protestpartei Ukip hat bei Kommunalwahlen große Gewinne verbucht. Die britische Version der Tea-Party-Bewegung kam vor allem bei konservativen Wählern an. Die regierenden Tories und Liberaldemokraten mussten heftige Verluste einstecken. http://www.spiegel.de/politik/ausland/grossbritannien-ukip-macht-starke-zugewinne-bei-kommunalwahl-a-897896.html
Das sind erfreuliche Nachrichten aus Großbritannien. Anscheinend hat man auch dort die Nase voll vom EU-Kolonialismus.
pacificwanderer 03.05.2013
5. Bravo,
die deutschen Waehler sollten sich auch dazu aufraffen und den Euro samt EU-Erweiterung canceln.
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