Großbritannien Vier Neonazis wegen Terrorverdachts festgenommen

In Wales und England hat die Polizei vier Personen verhaftet, darunter Mitglieder der Armee. Sie sollen einer verbotenen rechtsextremen Gruppe angehören und Terrorakte vorbereitet haben.

Britische Polizisten
ANDY RAIN/ EPA/ REX/ Shutterstock

Britische Polizisten


Vier mutmaßliche Neonazis sind in Großbritannien wegen Terrorverdachts festgenommen worden, darunter Mitglieder der Armee. Das bestätigte das Verteidigungsministerium des Vereinigten Königreichs.

Die Festgenommenen sollen der verbotenen Jugendorganisation Nationale Aktion (National Action) angehören. Die Polizei von West Midlands teilte mit, dass die vier Männer zwischen 22 und 32 Jahren alt seien und aus England und Wales stammten.

Die Neonazi-Gruppe Nationale Aktion war nach wiederholten rassistischen, homophoben und antisemitischen Äußerungen im vergangenen Jahr verboten worden. Eine Mitgliedschaft in der Gruppe kann mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zehn Jahren bestraft werden. Als die Gruppe verboten wurde, schätzte man die Zahl ihrer Anhänger auf weniger als 100 Personen. Die Neonazis hatten unter anderem auch die Ermordung der britischen Abgeordneten Jo Cox gelobt.

Polizei: "Es gab keine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit"

Anti-Terror-Beamte führten die Festnahmen in den englischen Städten Birmingham, Ipswich und Northampton sowie in der walisischen Stadt Powys durch. Die vier Männer stehen im Verdacht, Terrorhandlungen vorbereitet zu haben. Details nannte die Polizei nicht, sie stellte aber klar: "Es gab keine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit."

Im vergangenen Monat sagte ein Polizeichef, dass sich die Zahl der mutmaßlichen Rechtsextremisten, auf die die Behörden hingewiesen wurde, seit dem Mord an Cox verdoppelt habe. Die Labour-Abgeordnete wurde in der Nähe von Leeds von einem radikalen, neonazistischen Einzeltäter niedergeschossen.

In Großbritannien gilt momentan die zweithöchste Bedrohungsstufe. Dies bedeutet, dass ein Angriff hochwahrscheinlich ist. Mutmaßliche Islamisten haben in diesem Jahr insgesamt 35 Menschen bei Anschlägen getötet. In London war es im März undim Juni zu Angriffen gekommen, in Manchester im Juni. Außerdem starb ein Mann im Juni, nachdem ein Van nahe einer Moschee in London in eine Gruppe von Menschen gefahren war.

aev/dpa/Reuters/AP

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