Großbritannien-Wahl Cameron kann allein regieren

Premierminister David Cameron hat es geschafft: Seine Konservativen haben die absolute Mehrheit im britischen Parlament. Statt eine Koalition schmieden zu müssen, kann er jetzt allein regieren.

Bleibt mit absoluter Mehrheit Premierminister: Tory-Chef David Cameron
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Bleibt mit absoluter Mehrheit Premierminister: Tory-Chef David Cameron


David Cameron bleibt Premierminister und das sogar mit absoluter Mehrheit. Bei den britischen Unterhauswahlen kommen die Konservativen nach Angaben der Wahlkommission auf 326 Mandate.

"Das ist der süßeste Sieg von allen", sagte der Wiedergewählte in einer Ansprache vor seiner Partei. "Alle lagen falsch mit ihren Prognosen - wir bekommen die Chance, unserem Land erneut zu dienen."

Herausforderer Ed Miliband musste eine herbe Niederlage wegstecken: Seine Labour-Partei kommt nach aktuellem Stand nur auf 230 Sitze. Britische Medien erwarten Milibands Rücktritt.

Große Verluste mussten auch die Liberal Democrats einstecken. Die Koalitionspartei der aktuellen Regierung konnte nur acht Sitze erlangen. Parteichef Nick Clegg konnte jedoch seinen Wahlkreis verteidigen.

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Sieg für die Tories: Das war die Wahlnacht

Die SNP war der weitere große Gewinner des Abends. Die schottische Nationalpartei wird den Hochrechnungen zufolge 56 von 59 Mandaten in Schottland erhalten.

Jegliche Spekulationen über mögliche Koalitionen können nun eingestellt werden, bevor sie richtig losgegangen sind. Um die Mittagszeit wird Cameron Queen Elizabeth II. treffen. Es wird erwartet, dass die Königin Cameron bei dem Treffen im Buckingham Palace erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Anschließend wird er an den Feierlichkeiten zum Weltkriegsgedenken teilnehmen.

Übersicht: Ergebnisse im Detail

kry

insgesamt 42 Beiträge
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gantern 08.05.2015
1. Lügen (Zweck) - Prognosen
Cameron ist der strahlende Sieger, wie ich es erwartet hatte. Nicht, dass ich mich als einen besonders Kundiger für Großbritannien in Szene setzen möchte. Aber die Ankündigungen, die immer aufdringlicher wurden, "Kopf an Kopf", kamen mir zu bekannt vor. Medien lassen sich wohl immer und überall leicht vor den Karren derer spannen, die dringend ihr Wahlvolk in großer Zahl an die Urnen haben möchten.
friedrich_eckard 08.05.2015
2.
Kann allein regieren - oder muss allein regieren? Jetzt bekommen die Konservativen vielleicht drei oder vier Stimmen über die "absolute" hinaus, und das bedeutet, dass Cameron an den Strippen der verschiedenen "Ultras" in den eigen Reihen - "Europaskeptiker" oder Sozailreaktionäre - zappel darf, ohne sich hinter Koalitionsrücksichten verstecken zu können. Ich habe mitr sagen lassen, dass die "Fraktionsdisziplin" auf der Insel bei weitem nicht so ausgeprägt sein soll wie hierzulande... da gab es doch einmal einen Menschen namens Pyrrhus...
grumpy53 08.05.2015
3. Desaster
Man muss zur Kenntnis nehmen, dass Labour erst mal weg vom Fenster sind. Vermutlich haben Blair und Brown soviel Scherben angerichtet, dass es Jahrzehnte zur Erholung braucht. Trotzdem negativ faszinierend ist, dass die 10fache Anzahl von Food Banks (Tafel - Essen für sozial Schwache) keinen interessiert, dass junge Menschen sich in den Ballungsgebieten kaum mehr Wohnraum leisten können, um von zuhause auszuziehen - und dann eine Familie zu gründen. Dass der propagierte Wirtschaftswachstum auf Billigjobs beruht, dass Menschen von einem Gehalt nicht leben können, sondern mehrere Jobs zu schlechten Konditionen machen müssen, ist schließlich kein Segen. Dass in London und Umgebung Krankenschwestern, Postboten, Polizisten und Verkäuferinnen keinen bezahlbaren Wohnraum finden, Superreiche die Immobilien lieber leer stehen lassen, um noch reicher zu werden, alles Tendenzen, die eigentlich sozial denkende Wähler beflügeln müssten. Aber in dem Fall geht es Miliband und seiner Partei wie hierzulande der SPD, vor lauter Verbeugen von fast rechts bis fast links verliert man die klassische Arbeiterklasse aus den Augen und macht sich bei der Mittelschicht, die noch intellektuell und tendenziell links wählen könnte, wenig Freunde. Und dann diese Panik der Leute, die Schotten sollen uns nicht regieren. Lachhaft. England regiert lange genug die Schotten und die Waliser, das wird für gut befunden. Als ob die Schotten von heute auf morgen verfügen würden, dass jetzt alle Kilt tragen müssen und Haggis essen. Alles Panikmache. Warten wir ab, ob sie wirklich aus der EU austreten und was daraus wird. Ich persönlich halte das Wahlergebnis für ein Desaster.
klemer 08.05.2015
4. Entsetzen und Jubel
Als in Schottland lebender Deutscher bin ich entsetzt darueber, das jetzt 60 xenophobe Hinterbaenkler die UK aus der EU treiben werden. Und hoch erfreut darueber, dass Schottland durch das kommende EU Referendum nun doch die Gelegenheit bekommt selbststaendig zu werden.
bruno47 08.05.2015
5. Jetzt herrscht Panik vor dem Brexit!
Cameron hat seinen Wählern die Abstimmung über den Verbleib in der EU versprochen. Es ist schon pervers, dass in einem Verbund von demokratischen Staaten die Ankündigung einer demokratischen Volksabstimmung blankes Entsetzen hervorruft.
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