Militärschlag gegen Syrien: Cameron will doch Giftgas-Untersuchung abwarten

Premierminister Cameron: Warten auf die Ergebnisse der Uno-Inspektoren Zur Großansicht
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Premierminister Cameron: Warten auf die Ergebnisse der Uno-Inspektoren

Erst trieb Großbritannien die Planungen für einen Militärschlag gegen das Assad-Regime voran, jetzt will Premier Cameron der Diplomatie mehr Zeit geben. Vor der Entscheidung über einen Angriff sollten die Ergebnisse der Giftgas-Untersuchungen in Syrien abgewartet werden, fordert die Regierung.

London/New York - Großbritanniens Regierung will den Uno-Sicherheitsrat im Syrien-Konflikt in die Verantwortung nehmen. London wolle "jede Anstrengung unternehmen", um eine Uno-Resolution für ein militärisches Vorgehen gegen das Assad-Regime zu erreichen, heißt es in einem Beschlussentwurf, den das Kabinett von Premierminister David Cameron am Donnerstag im Parlament einbringen will.

Daher solle der Sicherheitsrat unbedingt über die Untersuchungsergebnisse der Uno-Inspekteure beraten, die derzeit den Giftgasangriff auf mehrere Vororte von Damaskus am vergangenen Mittwoch prüfen. Nach Aussagen von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon benötigen die Chemiewaffen-Experten noch vier weitere Tage für Untersuchungen und Analysen.

Nachdem am vergangenen Mittwoch Hunderte Menschen durch den Einsatz von noch unbekannten Chemiewaffen getötet wurden, drohen die USA und ihre Verbündeten mit einem Angriff auf das Assad-Regime. Es wird erwartet, dass Cameron die Abgeordneten am Donnerstag um grundsätzliche Zustimmung für gezielte Militärangriffe in dem Bürgerkriegsland bittet.

Uno-Sicherheitsrat debattiert über Haiti statt Syrien

Die Beschlussfassung der britischen Regierung kommt überraschend, weil London zuvor bereits einen Uno-Resolutionsentwurf vorgelegt hatte. Dieser sah vor, das Assad-Regime für den Chemiewaffen-Angriff zu verurteilen. Russland, neben Iran und China der wichtigste außenpolitische Verbündete des syrischen Diktators, sträubte sich daher dagegen, über den Entwurf zu debattieren.

Eine mit Spannung erwartete Sitzung des Sicherheitsrats ging deshalb am Mittwoch zu Ende, ohne dass die Vertreter der 15 Mitgliedstaaten über Syrien berieten. Der Sicherheitsrat diskutierte bei dem Treffen in New York nur über den offiziellen Tagesordnungspunkt - den Uno-Einsatz in Haiti.

Eine Diskussion über den Resolutionsentwurf sei voreilig, erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow. Zunächst müssten die Ergebnisse der Uno-Inspektoren abgewartet werden, die derzeit Untersuchungen am Ort des Angriffs vornehmen.

Die USA bekräftigten nach der Sitzung des Sicherheitsrats ihre Bereitschaft, notfalls auch ohne Uno-Resolution zu handeln. Russlands Verweigerungshaltung lasse Washington keine andere Wahl, sagte Marie Harf, Sprecherin des US-Außenministeriums. Das Assad-Regime dürfe sich nicht hinter der russischen Unnachgiebigkeit verstecken können, sagte sie. Harf stellte jedoch zugleich klar: "Wir glauben nicht, dass es eine militärische Lösung für diesen Konflikt in Syrien gibt."

Ähnlich äußerte sich Angela Merkel. "Beenden lässt sich der Bürgerkrieg nur durch eine umfassende politische Lösung", sagte die Bundeskanzlerin der "Mittelbayerischen Zeitung". Deutschland unterstütze die Initiative der USA und Russlands für eine internationale Uno-Konferenz. "Wir müssen die Bürgerkriegsparteien an einen Tisch bekommen."

syd/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 144 Beiträge
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1. Gott sei Dank
Beobachter123 28.08.2013
Ich hoffe Herr Cameron hört auf sein Gewissen und befolgt nich blind die Doktrin seiner Vordenker......
2. Sollte doch noch
raphaela45 28.08.2013
Vernunft einkehren und eine WAHRSCHEINLICHE Eskalation als zu gefährlich betrachtet werden? -Man wagt es kaum zu hoffen...
3. optional
Stewie.119 28.08.2013
Hmm jetzt bin ich mal auf die Kommentare gespannt. Aber denken kann man sie sich ja schon: Wenn nicht das erwünschte Ergebnis der Foristen kommt, wurden die Beweise verfälscht und man wird dennoch angreifen. Jaja die Leier kennen wir. Sind sicher auch wieder die gleichen wie immer. Also lasst das Kommentieren beginnen!
4. ...
janne2109 28.08.2013
schade, dass erwachsene Männer immer so vorschnell die Klappe aufreissen statt mal in Ruhe nachzudenken. Macht auch den britischen Wähler nicht froh.
5. Naja
chappes 28.08.2013
sitzen wir`s wieder aus?
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