Überquerung des Ärmelkanals Frankreich erhält 50 Millionen Euro für Grenzschutz

Stärkere Videoüberwachung und mehr Zäune: Großbritannien will illegale Einwanderer von ihrer Einreise über den Ärmelkanal nach Großbritannien abhalten. Dafür bekommt Frankreich nun mehr Geld.

Emmanuel Macron
AFP

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Um Flüchtlinge von der illegalen Einreise nach Großbritannien abzuhalten, zahlt London der französischen Regierung zusätzlich 44,5 Millionen Pfund (etwa 50 Millionen Euro). Damit sollen die Grenzkontrollen verschärft und Sicherheitsvorkehrungen ausgebaut werden. Das teilte ein Regierungssprecher anlässlich des französisch-britischen Regierungsgipfels in Sandhurst westlich von London mit.

Am Nachmittag treffen sich der französische Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May. Im Vorfeld hatte Frankreich auf größere Finanzhilfen aus London gedrungen. Die britische Grenze wird faktisch in Nordfrankreich bewacht: In Calais verhindern französische Polizisten, dass Migranten auf Lastwagen mit Ziel Großbritannien klettern. Umgekehrt kontrollieren Franzosen schon auf englischem Boden, ob Reisende nach Frankreich dürfen.

Macron kämpft gegen illegale Einwanderung

Das zusätzliche Geld soll nun etwa für Videoanlagen und Zäune in Calais und anderen Orten am Ärmelkanal verwendet werden, der Frankreich und Großbritannien trennt. Macron will vehement gegen illegale Einwanderung vorgehen. Frankreich hatte im vergangenen Jahr eine neue Höchstzahl von mehr als 100.000 Asylbewerbern verzeichnet, das war ein Zuwachs von gut 17 Prozent. Aber auch für Großbritannien ist das neue Abkommen entscheidend, weil nach dem Brexit die Grenze zur EU durch den Ärmelkanal verläuft.

Bei dem Treffen wollen Macron und May auch einen neuen Einwanderungsvertrag ankündigen. Er soll die 15 Jahre alten Vereinbarungen von Le Touquet zur Zusammenarbeit der beiden Länder im Kampf gegen Schleuser und illegale Einwanderung ergänzen. Durch dieses Abkommen waren die gemeinsamen Grenzkontrollen in den Häfen beider Länder erstmals möglich geworden.

In weiteren Vereinbarungen aus den Jahren 2009, 2010 und 2014 verpflichtete sich Frankreich, Grenzübertritte von Flüchtlingen nach Großbritannien zu verhindern - vor allem in der Umgebung des Eurotunnels in Calais. Mit britischer Hilfe wurden Zäune und Überwachungsanlagen gebaut. Kritiker argumentieren, faktisch habe sich damit die britische Grenze nach Frankreich verschoben. Das angekündigte neue Abkommen ist noch in Arbeit.

aev/dpa/AFP

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