Große Koalition in Österreich Werner Faymann wird Kanzler

Eine große Koalition soll auch weiterhin Österreich regieren. SPÖ und ÖVP haben sich auf eine Wiederaufnahme der großen Koalition verständigt. Der Sozialdemokrat Werner Faymann wird neuer Bundeskanzler. Als Grund für die schnelle Einigung nennen die Parteien die Finanzkrise.


Wien - Österreich soll in den kommenden fünf Jahren wieder von einer großen Koalition regiert werden. Darauf einigten sich die sozialdemokratische SPÖ und die konservative ÖVP am Sonntagabend in Wien. Neuer Bundeskanzler wird der 48-jährige Sozialdemokrat Werner Faymann.

SPÖ-Politiker Werner Faymann: Der 48-Jährige wird neuer österreichischer Bundeskanzler
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SPÖ-Politiker Werner Faymann: Der 48-Jährige wird neuer österreichischer Bundeskanzler

Die beiden Parteien hätten einen 200 Seiten umfassenden Koalitionspakt vereinbart, sagte der SPÖ-Chef und künftige Kanzler Werner Faymann vor Journalisten. Der designierte Vizekanzler und ÖVP-Chef Josef Pröll sagte, seine Partei werde das Außenministerium und die Ressorts für Finanzen und Wirtschaft führen. Die Namen der Minister sollen in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden.

Als Grund für die schnelle Einigung rund zwei Monate nach der Wahl nannten beide Seiten die Herausforderungen der Finanzkrise. Österreich brauche schnell eine handlungsfähige Regierung. Vor allem Wirtschaftsvertreter hatten auf die Parteien Druck ausgeübt, möglichst schnell eine handlungsfähige Regierung zu bilden.

Die Österreicher hatten am 28. September nach dem Bruch der alten großen Koalition vorzeitig neu gewählt. Während die rechten Parteien FPÖ und BZÖ stark hinzugewinnen konnten, verzeichneten die beiden Großparteien herbe Verluste. Dennoch wurde die SPÖ mit rund 29 Prozent stärkste Partei, gefolgt von der ÖVP mit rund 26 Prozent.

sac/dpa/Reuters



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