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Großoffensive gegen Taliban: Nato startet Operation "Muschtarak"

Es ist der schwerste Angriff auf die Taliban seit Jahren - "Operation Muschtarak" hat begonnen. Mit Bodentruppen und Kampfhubschraubern attackieren afghanische und Nato-Truppen die Rebellenhochburg Mardscha im Süden des Landes. 15.000 Soldaten sollen die Stadt zurückerobern.

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Operation "Muschtarak": Nato-Truppen auf dem Vormarsch
Mardscha/Washington - Die Nato-Offensive gegen radikal-islamische Taliban-Kämpfer in Südafghanistan hat begonnen. Das berichteten die Fernsehsender CNN und BBC in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf US-Militärkreise.

Ein Sprecher der Nato bestätigte den Angriff. Bei der Militäraktion "Muschtarak" ("Gemeinsam") handelt es sich demnach um die größte Offensive seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes Ende 2001. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen US-Offizier mit den Worten: "Die Offensive in Mardscha hat begonnen. Unsere Kompanie bereitet sich darauf vor, das Gebiet zu sichern, um Sicherheit und Stabilität für die Bewohner von Mardscha wiederherzustellen."

Etwa 15.000 Soldaten seien in der südafghanischen Provinz Helmand im Einsatz, heißt es in den Berichten. Laut US-Militär sind an der Operation 4800 US-Soldaten beteiligt, darunter 4500 Marine-Infanteristen; außerdem 1500 afghanische Soldaten. Auch britische Einheiten nehmen Berichten zufolge teil; BBC berichtet zudem von dänischen und estnischen Truppen.

Warnung vor Sprengfallen

Wie viele Aufständische sich noch in der Stadt aufhielten, war unklar. Die Schätzungen schwankten zwischen 400 und 1000. Der Taliban-Kommandeur Kari Fasluddin hatte zuvor erklärt, etwa 2000 Kämpfer stünden bereit, um den Angriff abzuwehren.

Sie zu besiegen, wird nach Nato-Angaben einige Wochen dauern. Eines der größten Probleme dürften nach Einschätzung der US-geführten Truppen dabei die unzähligen in der Region versteckten Sprengsätze der Aufständischen sein. "Wir haben keine Jets oder Panzer", sagte Taliban-Kommandeur Fasluddin der Nachrichtenagentur Reuters vor dem Beginn der Offensive. "Aber wir haben bereits Hunderte von Sprengfallen am Straßenrand gelegt, um den Invasoren hohe Verluste zuzufügen."

Angriff mit Hubschraubern

Die Attacke wurde seit Tagen erwartet. Die Zivilbevölkerung sei mit Flugblättern vor dem Angriff gewarnt worden, berichtete CNN. Der Sender zeigte Bilder, wie US-Truppen mit schwerem Gerät vorgehen.

Die US-Einheiten rückten mit Hubschraubern und Panzerfahrzeugen vor. Die vorrückenden Truppen "gehen davon aus, dass ausländische Taliban-Kämpfer bis zum Tode kämpfen werden", berichtete CNN. Von lokalen Rebellen werde hingegen eher erwartet, dass sie sich absetzen und flüchten.

"Wir werden den Feind verfolgen und sie zur Verantwortung ziehen", zitierte der Sender den afghanischen General Mohiyiden Ghori. In den vergangenen Tagen waren Hunderte Zivilisten aus der Kampfregion geflohen.

Tausende auf der Flucht

Tausende Menschen sind bereits aus der Region geflohen und haben größtenteils in der Provinzhauptstadt Lashkar Gah eine Notunterkunft gefunden. Bereits am Dienstag hatte es erste Angriffe gegen den Bezirk Mardscha gegeben. Rund 400 US-Soldaten und 250 Afghanen sowie 30 Kanadier bezogen Stellung im Nordosten der Stadt.

Es handelt sich um die erste Großoffensive von Nato-Truppen, seit US-Präsident Barack Obama im vergangenen Dezember die Entsendung von 30.000 weiteren Soldaten nach Afghanistan verkündete. Damit soll die Macht der Taliban im Süden des Landes gebrochen werden.

Mardscha Taliban-Hochburg und Anbaugebiet für Drogen

Der Bezirk Mardscha ist bislang vollständig in der Gewalt der Taliban. In dem Gebiet leben mehr als 120.000 Menschen, allein die Einwohnerzahl der Bezirkshauptstadt Mardscha wird auf rund 80.000 geschätzt.

Der Landstreifen südwestlich der Provinzhauptstadt Lashkar Gah gehört dank zahlreicher Bewässerungskanäle im Tal des Flusses Helmand zu den fruchtbaren Teilen der Provinz.

In den vergangenen Jahren wurden andere Feldfrüchte weitgehend durch den Anbau von Rohopium verdrängt, dem Rohstoff von Heroin. Die Anbaufläche wurde 2009 auf etwa 70.000 Hektar geschätzt.

Mardscha ist Afghanistans wichtigstes Zentrum für den Handel mit Rohopium. Viele Bewohner der Bezirkshauptstadt finden ihre einzige Verdienstmöglichkeit in einer von mehreren hundert Heroin-Küchen, in denen das Rauschgift weiterverarbeitet wird. Der Drogenhandel gilt als wichtige Finanzierungsquelle der Taliban.

otr/dpa/Reuters/apd

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Forum - Neues Bundeswehr-Mandat - gut für Afghanistan?
insgesamt 511 Beiträge
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1.
tom gardner 09.02.2010
Zitat von sysopMehr Soldaten, mehr Geld, mehr Training für die afghanische Armee: Das Kabinett hat die Aufstockung des Bundeswehrkontingents am Hindukusch beschlossen. Ist das neue Bundeswehr-Mandat die richtige Antwort auf die Probleme in Afghanistan?
nein, ist es nicht. solange nicht endlich geklaert wird, warum die bundeswehr wirklich in afghanistan ist, ist jede weitergehende frage unsinnig. Focus-Money: "WIR GLAUBEN EUCH NICHT! - Immer mehr Menschen zweifeln an der offiziellen Theorie zum 11. September – darunter mehr als 400 Wissenschaftler" (http://www.focus.de/finanzen/news/terroranschlaege-vom-11-september-2001-wir-glauben-euch-nicht_aid_467894.html)
2. herbeigeredete Probleme
carlosowas, 09.02.2010
Zitat von sysopMehr Soldaten, mehr Geld, mehr Training für die afghanische Armee: Das Kabinett hat die Aufstockung des Bundeswehrkontingents am Hindukusch beschlossen. Ist das neue Bundeswehr-Mandat die richtige Antwort auf die Probleme in Afghanistan?
Unsere sog. Probleme in Afg. sind hausgemacht und werden jetzt noch größer. Aber die Bundeswehr kommt sich jetzt ganz wichtig vor und ihr Etat wird natürlich erhöht.
3. Es gibt keine "richtige" Antwort
skruffi 09.02.2010
Zitat von sysopMehr Soldaten, mehr Geld, mehr Training für die afghanische Armee: Das Kabinett hat die Aufstockung des Bundeswehrkontingents am Hindukusch beschlossen. Ist das neue Bundeswehr-Mandat die richtige Antwort auf die Probleme in Afghanistan?
Ohne die Einbeziehung der Taliban gibt es keine Lösung(hinter den Kulissen wird ja angeblich schon mit den Taliban verhandelt).Die Leute werden für blöd verkauft. Die Taliban haben weder Terroristen ausgebildet noch irgendein Land selbst angegriffen. Sie haben sich in einem Bürgerkrieg durchgesetzt und waren 1995 bis 2001 an der Macht (mit schlimmen Folgen für die Bevölkerung). Kein westliches Land ist auf die Idee ernsthaft verfallen, diese Taliban militärisch zu stürzen! Man braucht keine Trainingscamps mehr in Afghanistan oder sonstwo in Zeiten des Internetsund von Hotels/Wohnungen!Und wenn doch, dann gibt es genug Länder dafür (Jemen, Somalia etc.). Die Bombenanschläge von London und Madrid hatten nichts mit AFG zutun. Al Quaida und Konsorten sind längst weitergezogen.Man unterstellt oft, dass die Taliban (ausländische)Terroristen seien. Dem ist nicht so. Das sind afgh. Paschtunen. Außer zu noch mehr Geldausgaben wird dies alles zu nichts führen. Außer zu dem, dass nach einem Abzug (egal wann) wieder ein Bürgerkrieg ausbrechen wird, in dem sich wieder der Stärkste durchsetzt. Wer die afghanischen Verhältnisse kennt, glaubt nicht an die Loyalität der Polizei und der Armee. Die laufen bei den ersten Gefechten weg oder lassen sich kaufen. Da helfen auch keine tausenden Ausbilder.
4. Nein!
maan, 09.02.2010
Zitat von sysopMehr Soldaten, mehr Geld, mehr Training für die afghanische Armee: Das Kabinett hat die Aufstockung des Bundeswehrkontingents am Hindukusch beschlossen. Ist das neue Bundeswehr-Mandat die richtige Antwort auf die Probleme in Afghanistan?
und nochmals: nein! Es gibt keine plausiblen Gründe mehr, dort zu sein. Und es fehlt eine klare Abzugsperspektive!
5.
frubi 09.02.2010
Zitat von sysopMehr Soldaten, mehr Geld, mehr Training für die afghanische Armee: Das Kabinett hat die Aufstockung des Bundeswehrkontingents am Hindukusch beschlossen. Ist das neue Bundeswehr-Mandat die richtige Antwort auf die Probleme in Afghanistan?
Nein. Nur die Stärkung der afghanischen Sicherheitskräfte. Diese sind schlecht versorgt und unterbezahlt. Hier wird das Geld dringenst benötigt. Unsere Jungs müssen da raus. Dadurch würden auch finanzielle Mittel frei die man dann in andere wichtige Projekte stecken könnte? z. B. wäre der Zusatzbeitrag damit finanziert und der Bürger müsste diesen nicht bezahlen. Aber nein. Lieber die Truppen am Hindukusch. Dort werden wir ja immerhin beschützt (kein Vorwurf an den normalen Soldaten).
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Mardscha in der Provinz Helmand


Karzai und Afghanistan
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Hamid Karzai
AFP
Hamid Karzai ist der derzeit amtierende Präsident Afghanistans. Nach der ersten Phase des Afghanistan-Kriegs hatten ihn die USA und die Uno auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 als Regierungschef einer afghanischen Interimsregierung durchgesetzt. Die Loya Jirga wählte Karzai 2002 zum Präsidenten einer Übergangsregierung, und nach Verabschiedung einer neuen Verfassung bestimmten ihn die Afghanen 2005 in direkter Wahl zu ihrem Präsidenten. Durch den Einfluss der Warlords blieb Karzais Macht jedoch beschränkt. Zuletzt verlor er auch die Unterstützung der USA.

Hamid Karzai wurde 1957 in Kandahar geboren. Er gehört dem mächtigen Paschtunen-Stamm der Popalzai an, der mehrere afghanische Könige hervorbrachte. Karzai studierte in Indien und hielt sich immer wieder in den USA auf. Zusammen mit den Mudschahidin kämpfte er in den achtziger Jahren gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans . Aus dem Exil in Pakistan unterstützte Karzai die Taliban zunächst, wandte sich dann aber gegen das Regime, dem auch die Ermordung seines Vaters zugeschrieben wird. Nach Beginn der amerikanischen Militäraktion in Afghanistan kehrte Karazi 2001 in seine Heimat zurück und stellte sich an die Spitze der Anti-Taliban-Bewegung in der Region Kandahar.

Präsidentschaftswahlen
dpa
Am 30. August 2009 wählten die Afghanen ihren neuen Präsidenten. Doch es kam zu massiven Fälschungen, insbesondere zugunsten Karzais. Die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wurden anschließend für ungültig erklärt. Karzai, der sich zuvor als Sieger gesehen hatte, verfehlte nach dem um manipulierte Stimmen bereinigten Endergebnis die absolute Mehrheit: Er erreichte nur 49,67 Prozent der Stimmen.

Eine Stichwahl zwischen Karzai und Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sollte die Entscheidung bringen. Doch der Herausforderer zog seine Kandidatur zurück mit der Begründung, es könne wie im ersten Durchgang erneut zu Unregelmäßigkeiten kommen. Die afghanische Wahlkommission rief Karzai daraufhin erneut zum Präsidenten aus.

Isaf-Einsatz
DDP
Nach Beginn des Afghanistan-Kriegs 2001 und dem Sturz der radikal-islamischen Taliban beschloss der Uno-Sicherheitsrat , eine internationale Schutztruppe im Land ( Isaf ) einzusetzen. Sie soll den Wiederaufbau Afghanistans zu einer Demokratie absichern, auch indem sie zivile Wiederaufbauteams (PRTs) schützt, von denen derzeit 26 tätig sind.

Der Einsatz war zunächst auf die Hauptstadt Kabul und deren Umgebung beschränkt und wurde bis 2006 auf das ganze Land ausgeweitet. Seit 2003 führt die Nato die Isaf. Derzeit gehören ihr mehr als 119.000 Soldaten aus 46 Nationen an, darunter auch aus Nicht-Nato-Staaten wie Australien und Neuseeland.
Deutschland übernahm 2006 das Isaf-Kommando für den Norden Afghanistans. 2007 bestellte die Bundeswehr sechs Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado ab, die Luftbilder aus ganz Afghanistan für Isaf liefern. Die Bundesrepublik stellt derzeit mit mehr als 4000 Soldaten die drittgrößte Truppe nach den USA und Großbritannien.

Probleme in Afghanistan
AFP
Da die Taliban inzwischen wieder an Stärke gewonnen haben, nehmen die militärischen Auseinandersetzungen zu. Besonders hart umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten US-Soldaten stationiert sind. Die schwer kontrollierbaren Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der Taliban.

Die Stabilisierung Afghanistans wird durch Korruption, die bis in höchste Regierungskreise verbreitet ist, sowie durch Drogenproduktion und -schmuggel erschwert.

Opium-Wirtschaft
REUTERS
Obgleich die afghanische Übergangsregierung unter Karzai im Januar 2002 den Schlafmohnanbau verboten hat, ist der Drogenanbau rasch wieder zum dominierenden Wirtschaftszweig Afghanistans geworden. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Rohopium .

Mit Einnahmen aus dem Drogenschmuggel finanzieren die Taliban ihren Kampf gegen Karzais Regierung und die ausländischen Truppen. Die Bekämpfung ist problematisch, weil viele Menschen von dem Handel leben. Isaf -Soldaten sind inzwischen befugt, gegen Drogenhändler vorzugehen und Laboratorien zu zerstören, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird.

Afghanistan-Krieg
REUTERS
Der Afghanistan-Krieg der USA und ihrer Verbündeten war die erste große militärische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 . Er richtete sich sowohl gegen das Terrornetzwerk al-Qaida , das für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, als auch gegen das seit Mitte der neunziger Jahre in Afghanistan herrschende islamisch-fundamentalistische Taliban -Regime.

Die Taliban wurden bezichtigt, Osama Bin Laden und andere hochrangige Mitglieder von al-Qaida zu unterstützen und zu beherbergen.

Die erste Kriegsphase endete mit dem Fall der Hauptstadt Kabul und der Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz im November und Dezember 2001. Auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 wurde eine Interimsregierung unter Präsident Hamid Karzai eingesetzt und die Einberufung einer verfassunggebenden Loya Jirga beschlossen. Gleichzeitig erteilte der Uno-Sicherheitsrat den Nato-Staaten und mehreren Partnerländern das Isaf -Mandat zur Unterstützung des Wiederaufbaus.


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