Ground-Zero-Besuch: Bush schlägt Einladung von Obama aus

Ein gemeinsamer Besuch von Ground Zero mit seinem Vorgänger - das war die Idee von US-Präsident Barack Obama. Aber George W. Bush hat die Einladung abgelehnt. Er wolle nicht ins Rampenlicht, erklärte Bushs Sprecher.

Ex-US-Präsident Bush: Kein Ground-Zero-Besuch mit Obama Zur Großansicht
AP

Ex-US-Präsident Bush: Kein Ground-Zero-Besuch mit Obama

Washington - Vor ein paar Tagen haben die beiden noch telefoniert: US-Präsident Barack Obama rief am Sonntag seinen Amtsvorgänger George W. Bush an, um den Republikaner über die Tötung von Qaida-Chef Osama Bin Laden zu informieren. Bush lobte Obama für die Aktion - aber eine Einladung Obamas zum gemeinsamen Besuch von Ground Zero in New York lehnte Bush jetzt ab: "Präsident Bush wird am Donnerstag nicht zugegen sein", zitierte die "New York Times" am Mittwoch Bushs Sprecher David Sherzer.

Obama will sich am Donnerstag - vier Tage nach der Tötung von Bin Laden durch ein US-Sonderkommando in Pakistan - zusammen mit Angehörigen den Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedenken. Bin Laden gilt als Hauptdrahtzieher der Anschläge, bei denen allein in New York etwa 2600 Menschen ums Leben gekommen waren.

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Bin Ladens Versteck: Blut auf dem Teppichboden
Bush habe die Einladung begrüßt, aber nach dem Ende seiner Amtszeit wolle er sich "weitgehend aus dem Rampenlicht heraushalten", erklärte sein Sprecher. Der Zeitung zufolge gab das Weiße Haus zunächst keine Stellungnahme ab, weder zu der Einladung noch zu Bushs Absage.

Bush hatte die Jagd auf Bin Laden während seiner Amtszeit zur Priorität gemacht. "Tot oder lebendig" wolle man Bin Laden haben, hatte Bush nach den Anschlägen verkündet und 25 Millionen Dollar Kopfgeld auf den Qaida-Chef ausgesetzt.

Obama will in New York einen Kranz zur Erinnerung an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 niederlegen.

hen/dpa/dapd

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Forum - War die Tötung Bin Ladens moralisch gerechtfertigt?
insgesamt 1720 Beiträge
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1. .
dr doolittle 04.05.2011
Ja
2. Nein
bullermann 04.05.2011
Kann eine Tötung jemals gerechtfertigt werden? Kann eine Tötung, in der nur mit 60 bis 80%iger Wahrscheinlichkeit die Person identifiziert wurde, gerechtfertigt sein? Niemals. Das wäre so als ob im Prozess vor den Plädoyers ein Richterspruch gefällt würde, die Rechtstaatlichkeit ist verloren. Ich bin nicht traurig über den Tod von OBL, sofern er es denn war/ist, hätte mir jedoch eine Verurteilung nach rechtsaatlichen Regeln gewünscht. Das hätte den Taliban den Rest gegeben, das hätte gezeigt das die USA ihren Auftrag ernst nehmen. Sie tun es nicht. Nach den Videoszenen aus Afghanistan in denen wehrlose, harmlose Menschen aus dem Hunschrauber niedergeschossen werden, nebst entsprechenden Kommentaren, habe ich schon lange den "Glauben" verloren.
3.
berther 04.05.2011
Zitat von sysopNach dem Einsatz der US-Einheit gegen Osama Bin Laden mehren sich kritische Stimmen zur Vorgehensweise, aber auch zu der Art der Zustimmung, die diese Handlungsweise erfahren hat. War diese Form der Tötung moralisch gerechtfertigt?
Die Frage ist doch wohl eher : Ist das Ganze nicht ein einziger groß inszenierter Schwindel der USA zur Täuscheng der dummen Wähler ? Schon der 11/9 war nicht ehrlich, der Irakkrieg war es nicht , Afghanistan ist es nicht , und diese Richtung zieht sich wie ein roter Faden durch alle Kriege und Konflikte , an denen die USA in 2 Jahrhunderten teilgenommen haben. Warum sollte ausgerechnet diese abstoßende Mordszene echt und ehrlich sein ? In einem Staat , der noch nie ehrlich war ? Nicht mal gegenüber seinen Ureinwohnern ?
4. Moralisch gerechtfertigt?
skruffi 04.05.2011
Welche Frage? Was soll in diesem Fall moralisch heißen? Moral und Recht stimmen im Fall von Tötungen überein! Die Liquidierung eines Beschuldigten kann nicht rechtmäßig sein, sonst würden alle Grundsätze des friedlichen Zusammenlebens einer Gesellschaft außer Kraft gesetzt. Interessanter Artikel: http://www.fr-online.de/politik/applaudierte-merkel-einem-verbrechen-/-/1472596/8405108/-/index.html
5.
ewspapst 04.05.2011
Zitat von sysopNach dem Einsatz der US-Einheit gegen Osama Bin Laden mehren sich kritische Stimmen zur Vorgehensweise, aber auch zu der Art der Zustimmung, die diese Handlungsweise erfahren hat. War diese Form der Tötung moralisch gerechtfertigt?
Irre ich mich, oder leben wir nicht in einer "westlichen Wertegemeinschaft? Nach jedem westlichen Recht muss ein Mensch, der Verbrechen begangen hat, vor ein Gericht gestellt werden und dort entsprechend seinem Verbrechen abgeurteitlt werden. Nun wurde heute bestätigt, dass Bin Laden unbewaffnet wer. Man hätte ihn also wie jeden Gesuchten festnehmen und vor ein Gericht stellen können. Was soll man von hochrangigen Politiker(innen) und Pastorentöchtern halten, die sich über einen Mord und das war es nach meiner Meinung auch noch freuen. Ich kann diese Menschen nur verachten. Damit hier keine Missverständlisse aufkommen, ich habe schon einmal geschrieben, dass für mich Menschen mit einem absoluten Glaubensanspruch ein Greuel sind, das gibt mir aber nicht das Recht, etwa einen Papst zu ermorden.
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Osama Bin Laden: Ein Leben, um zu töten


Abbottabad: Bin Ladens Versteck

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Osama Bin Laden über...
 
Den 11. September
"Wir berechneten im Voraus, wie viele Verluste der Feind erleiden würde. Wir nahmen als Grundlage die Position des Turms und errechneten, wie viele getötet werden würden. Wir schätzten, dass ungefähr drei bis vier Stockwerke getroffen werden würden. Ich war besonders optimistisch ..., weil ich auf diesem Gebiet bereits Erfahrung habe. Ich vermutete, das brennende Benzin würde die Eisenträger des Gebäudes schmelzen. Aber ich dachte nur, dass die Einschlagstelle und die Stockwerke darüber einstürzen würden. Mehr wagten wir nicht zu hoffen."

November 2001, zitiert nach: Abou-Taam/Bigalke: "Die Reden des Osama Bin Laden"
Den Irak-Krieg
"Ich jubele darüber, dass Amerika in den Schlammlöchern des Tigris und Euphrat steckengeblieben ist... Bush glaubt, der Irak und sein Öl seien leichte Beute, und nun steckt er durch die Gnade Gottes fest und kann weder vor noch zurück. Amerika schreit aus voller Kehle, während es vor den Augen der Welt auseinanderbricht."

Oktober 2003, zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"
Amerika
Im September 2007 wandte sich Osama Bin Laden "an die Amerikaner": "So wie ihr euch zuvor aus der Sklaverei der Mönche, Könige und Feudalherren befreit habt, so solltet ihr euch jetzt von den Irreführungen ... des kapitalistischen Systems befreien."

Politische, geschichtliche und moralische Erörterungen vermischend, zeichnet Bin Laden das Bild einer Nation, die auf der Verliererstraße ist. Obwohl militärisch übermächtig, könnten die Amerikaner im Irak nicht gewinnen - weil sie zwar moralisch argumentierten, in Wahrheit aber nur den Interessen internationaler Konzerne folgten.

Das Ansehen der USA sei deswegen ruiniert. Um "den Krieg zwischen uns" zu stoppen, gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder die Mudschahidin stellten die Kampfhandlungen ein, was aber nicht gehe, weil sie eine Pflicht erfüllten. Oder die USA sähen endlich ein, dass sie die Verlierer im Irak seien. Es sehe aber so aus, als würden sie die eigenen Fehler aus dem Vietnam-Krieg und die der Sowjets aus dem Afghanistan-Feldzug wiederholen und sich vor der besseren Einsicht drücken.

Es gebe allerdings einen Ausweg, sagte Bin Laden weiter: Die Amerikaner sollten "nach einem alternativen, aufrechten Weg suchen", in dem es nicht darum gehe, andere zum eigenen Nutzen zu unterdrücken. Natürlich hat dieser Weg auch einen Namen: Die Amerikaner sollen zum Islam konvertieren.
Die Europäer
"Unsere Aktionen sind nur eine Antwort auf eure Aktionen - eure Zerstörung und und euren Mord an unseren Leuten, ob in Afghanistan, im Irak oder Palästina... Nach welchem Glauben sind eure Toten wertvoll und unsere wertlos? Nach welcher Logik zählt euer Blut als echt und unseres als Wasser? Vergeltung ist Teil von Gerechtigkeit, und der, der feindliche Akte zuerst begeht, ist der, der unrecht handelt. Ich rufe alle Männer, insbesondere Gelehrte, die Medien und Geschäfstleute dazu auf, eine permanente Kommission einzuberufen, um in Europa das Bewusstsein für unsere gerechten Gründe zu stärken... Ich mache einen Friedensvorschlag, der im Kern die Verpflichtung darstellt, alle Operationen gegen jeden Staat einzustellen, der sich verpflichtet, keine Muslime oder islamischen Staaten anzugreifen. "

April 2004, zitiert nach: Lawrence: "Messages to the World. The Statements of Osama Bin Laden"
Den "Kampf der Kulturen"
"Ohne jeden Zweifel (glaube ich an den Kampf der Kulturen). Das heilige Buch erwähnt ihn klar. Die Juden und Amerikaner haben das Lügenmärchen vom Frieden auf Erden erfunden. Das ist nur ein Märchen für Kinder."

Nach dem 11. September 2001 auf al-Dschasira. Zitiert nach: Coll: "Die Bin Ladens. Eine arabische Familie"