Grün statt Beige Pentagon kauft für 28 Millionen Dollar Uniformen in falscher Farbe

Das Pentagon hat laut einem Rechnungsprüfer waldgrüne Tarnkleidung für afghanische Truppen gekauft. Dabei sind die meistens in der Wüste im Einsatz.

Afghanische Soldaten in grüner Uniform
AP

Afghanische Soldaten in grüner Uniform


Diese Fehlinvestition war nicht ganz billig: 28 Millionen Dollar hat das Pentagon laut einem Bericht für grüne Kampfanzüge für afghanische Truppen ausgegeben. Erst später fiel auf, dass die Kleidung für den Einsatzort nicht wirklich taugt. Die von der US-Regierung im vergangenen Jahrzehnt gekauften Feldanzüge könnten die afghanischen Soldaten gefährden, heißt es in dem Bericht der Spezialinspekteure des US-Senats für den Wiederaufbau in Afghanistan (SIGAR).

Laut dem SIGAR-Bericht machen die Uniformen die Soldaten zu einem gut erkennbaren Ziel für ihre Feinde - in der Umgebung der Wüste sind sie leichter erkennbar. Im Wald sind die Soldaten hingegen nur selten: Afghanistan besteht nur zu zwei Prozent aus Wäldern. Das Pentagon kündigte an, in Zukunft Alternativen zu prüfen.

John Sopko, US-Rechnungsprüfer für den Wiederaufbau in Afghanistan, kritisierte die Pentagon-Führung scharf. Sie habe sich blind auf die Auswahl des afghanischen Verteidigungsministers verlassen.

"Was passiert wäre, wenn dem Verteidigungsminister lila oder pink gefallen hätte, besorgt mich", sagte Sopko der Zeitung "USA Today". "Kaufen wir dann pinke Uniformen für die Soldaten und stellen uns dazu keine Fragen?"

John F. Sopko (Archiv)
AP

John F. Sopko (Archiv)

Bereits in der Vergangenheit hatte Sopko die Verteidigungsausgaben für Afghanistan bemängelt - und sprach Ende 2015 von Steuerverschwendung im dreistelligen Millionenbereich. So sei für das Wohlbefinden der "Task Force for Business and Stability Operations" viel Geld ausgegeben worden - für private Sicherheit, Flachbildfernseher und Drei-Gänge-Menüs.

apr/dpa



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