Gehör-Probleme US-Diplomaten nach mysteriöser Erkrankung aus China ausgeflogen

Im chinesischen Guangzhou klagen US-Diplomaten über besorgniserregende Krankheitssymptome. Nicht das erste Mal: Bereits auf Kuba erkrankten Botschaftsmitarbeiter auf unerklärliche Weise.

Guangzhou
DPA

Guangzhou


Ursache unklar: In China sind mindestens zwei US-Diplomaten von einer mysteriösen Krankheit betroffen. Wie die "New York Times" berichtete, erkrankten die beiden, nachdem sie ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen hatten.

Der Fall habe sich in der südchinesischen Metropole Guangzhou ereignet. Daraufhin sei ein Ärzteteam in das Konsulat gereist, um diplomatische Mitarbeiter und ihre Familien zu untersuchen. Das US-Außenministerium gab später bekannt, man werde eine Reihe von Mitarbeitern in die Heimat ausfliegen, um sie dort eingehend behandeln zu können.

Sprecherin Heather Nauert erklärte, dass auch die medizinischen Untersuchungen vor Ort fortgesetzt würden: "Für jeden Mitarbeiter, der ähnliche besorgniserregende Symptome feststellt oder grundsätzlich eine ärztliche Betreuung wünscht."

Sondereinheit zur Untersuchung eingesetzt

Die mysteriösen Symptome traten bisher nach offiziellen Angaben bei 24 US-Regierungsmitarbeitern und Familienmitgliedern in Kuba sowie bei einem Diplomaten in China auf. Einige der Betroffenen hatten dauerhaft ihr Gehör verloren. Andere Symptome seien Tinnitus, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen gewesen.

12 Betroffene hatten einen ungewohnten Druck oder Vibrationen verspürt. Das Zuhalten der Ohren half dagegen nicht, allerdings ließen Geräusch und Druckempfindungen nach, wenn die Betroffenen den Ort wechselten. Die US-Regierung beauftragte Wissenschaftler der University of Pennsylvania, die erkrankten Diplomaten zu untersuchen. Die Mediziner haben keine Anzeichen entdeckt, dass die Betroffenen simulieren.

Es gibt dennoch bislang nur Vermutungen, was die rätselhaften Krankheiten ausgelöst haben könnte. Möglicherweise wurden die Diplomaten Opfer von akustischen Angriffen mit Schallwaffen (hier lesen Sie mehr). US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, es sei bislang unklar, ob es bei allen Fällen dieselbe Ursache gebe, es sei aber eine Sondereinheit zur Untersuchung der unerklärten gesundheitlichen Probleme eingesetzt worden.

dop/Reuters/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.