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08. Juni 2012, 19:27 Uhr

TV-Bericht

USA verschönern Guantanamo für mehrere Millionen Dollar

Die USA verschönern laut TV-Sender NBC das Gefangenenlager Guantanamo für mehrere Millionen Dollar. Zu den Investitionen sollen ein Fußballplatz und ein Krankenhaus gehören. An den Beteuerungen der US-Regierung, das Camp schließen zu wollen, werden Zweifel laut.

Washington/Hamburg - Wiederholt betonte die US-Regierung, das umstrittene Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba schließen zu wollen. Doch trotz dieses Ziels investieren die Vereinigten Staaten nach einem Fernsehbericht dort weiter hohe Summen. Wie der TV-Sender NBC am Freitag berichtete, wurde das Gefängnis auf Kuba in jüngster Zeit für mehrere Millionen US-Dollar verschönert. Unter anderem seien ein Fußballplatz, ein neues Krankenhaus und eine Bibliothek finanziert worden.

Bei dem Fußballplatz handele es sich um ein stark bewachtes Sportfeld für Häftlinge, es sei unter dem Namen "Super Rec", als "Super Erholungsanlage", bekannt. Es soll laut NBC rund 750.000 Dollar gekostet haben und diese Woche eröffnet worden sein. Das Krankenhaus und ein neues Gebäude für die Aufseher befänden sich hingegen noch im Planungsstadium.

"Es ist nur dafür da, um diese Jungs zu beschäftigen"

Die neuen Einrichtungen würden es ermöglichen, dass das Gefängnis für Jahre weiter in Betrieb bleiben könne, heißt es in dem TV-Bericht. Nach dem Fußballplatz gefragt, sagte demnach ein Aufseher des Camps: "Es ist nur dafür da, um diese Jungs zu beschäftigen." Ein weiterer Verantwortlicher betonte gegenüber NBC, dass die Verbesserungen der Anstalt in erster Linie der Sicherheit von Häftlingen und Aufsehern dienten.

US-Präsident Barack Obama wollte das Lager, das in den USA oft kurz "Gitmo" genannt wird, eigentlich innerhalb eines Jahres nach seinem Amtsantritt im Januar 2009 schließen. Er scheiterte dabei aber am Widerstand des Kongresses. Wegen der Willkür, die das US-Militär laut 700 von WikiLeaks veröffentlichten Dokumenten in dem Terrorknast walten lässt, geriet Obama im vergangenen Jahr stark unter Druck.

Das Gefangenenlager auf Kuba existiert bereits seit gut zehn Jahren. Derzeit sitzen nach offiziellen Angaben 169 Terrorverdächtige in Guantanamo ein. Es kostet den amerikanischen Steuerzahler Schätzungen zufolge jährlich rund 140 Millionen Dollar (112 Millionen Euro).

bos/dpa

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