Guantanamo FBI stufte Verhörmethoden als illegal ein

Zwischen der amerikanischen Bundespolizei FBI und dem US-Militär hat es größere Unstimmigkeiten wegen des Umgangs mit Guantanamo-Gefangenen gegeben als bisher bekannt. Das FBI nannte die Verhörmethoden des Militärs illegal und aggressiv.


Washington - Die unterschiedliche Beurteilung des Umgangs mit den Gefangenen gehe aus internen Dokumenten hervor, berichtet die die US-Bürgerrechtsbewegung American Civil Liberties Union. Demnach habe das FBI im Mai 2003 Bedenken zu den Verhörmethoden durch das Militär geäußert. Die Methoden seien illegal und aggressiv gewesen, heißt es darin.

Einem in den Akten zitierten FBI-Vertreter zufolge wurden Terrorverdächtige in dem Lager auf Kuba etwa 16 bis 18 Stunden verhört. Zudem seien sie über einen längeren Zeitraum lauter Musik ausgesetzt gewesen, andere seien in eine israelische Flagge eingewickelt worden.

Die Bedenken seien den verantwortlichen Personen auf Guantanamo - namentlich dem Gefängnisleiter Geoffrey Miller - auch geschildert worden, heißt es in dem Bericht weiter. Allerdings stießen sie dem FBI zufolge auf wenig Interesse bei den Soldaten. Der Bericht war bis vor kurzem aufgrund einer Gerichtsentscheidung unter Verschluss gehalten worden.

Auch international waren die USA für das Lager und die dort angewandten Methoden wiederholt kritisiert worden. Zuletzt hatten Italiens wahlkämpfender Ministerpräsident Silvio Berlusconi, eigentlich ein enger Verbündeter von US-Präsident George W. Bush, und Uno-Menschenrechtsexperten die Schließung des Lagers gefordert. Die USA wiesen die Vorwürfe unzulässiger Verhörmethoden zurück. Bei den Gefangenen handele es sich um "gefährliche Terroristen", die menschlich behandelt würden, argumentierten die USA.

asc/reuters



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