Guantanamo Immer mehr Ex-Häftlinge schließen sich Terrorgruppen an

Die Zahlen sind alarmierend und befeuern die Kritik an der von US-Präsident Obama versprochenen Schließung Guantanamos: Jeder fünfte aus dem Lager entlassene Gefangene steht laut einer neuen Statistik wieder unter Terrorverdacht - oder ist bereits rückfällig geworden.


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US-Internierungslager Guantanamo: Im Schattenreich der Folterknechte
Washington- Immer mehr aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo freigelassene Häftlinge schließen sich nach ihrer Haft wieder Terrorgruppen an. Das berichten US-Beamte unter Berufung auf jüngste Statistiken der Regierung in Washington. Demnach steht mittlerweile jeder Fünfte aus dem Gefangenenlager auf Kuba entlassene Häftling wieder unter Terrorverdacht oder ist bereits rückfällig geworden, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag.

Damit sei die Rückfallquote auf 20 Prozent gestiegen. In einem Regierungsbericht vom vergangenen April war noch von einer Quote von 14 Prozent die Rede gewesen. Der Zuwachs mache es für US-Präsident Barack Obama schwieriger, das Lager wie geplant zu schließen, sagte ein nationaler Sicherheitsberater. "Niemand möchte für die Freilassung von jemandem verantwortlich zeichnen, der anschließend Amerikaner tötet", wurde Dan Baman, Direktor des Zentrums für Frieden und Sicherheitsstudien an der Georgetown Universität in Washington zitiert.

Am Dienstag hatte Obama die Überstellung von Guantanamo-Häftlingen aus dem Jemen in ihre Heimat gestoppt.Rund die Hälfte der etwa 200 noch in dem Lager inhaftierten Gefangenen stammt aus dem südarabischen Land. Es wird befürchtet, dass sie bei ihrer Rückkehr im Jemen von Terrorgruppen angeheuert werden.

anr/dpa

Forum - Bushs Erbe - wie soll Obama damit umgehen?
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geomik, 13.07.2009
1.
Zitat von sysopVerborgene CIA-Programme, Folterpraktiken, Guantanamo - US-Präsident Obama hat schwer mit dem politischen Erbe seines Vorgängers Bush zu kämpfen. Wie soll er damit umgehen?
Wie es sich für einen ordentlichen demokratischen Rechtsstaat gehört, gehören alle Betroffenen vor ein ordentliches Gericht, egal ob Präsident oder Vize! Nur wird das nie geschehen.
Hubert Rudnick, 13.07.2009
2. Offenheit, oder was macht man mit seinem Vorgänger?
Zitat von sysopVerborgene CIA-Programme, Folterpraktiken, Guantanamo - US-Präsident Obama hat schwer mit dem politischen Erbe seines Vorgängers Bush zu kämpfen. Wie soll er damit umgehen?
--------------------------------------------------------- Wenn der Präsident Obama ein offerener und aufrichtiger Mann sein will, dann müßte er auch die Politik seines Vorgängers und all die widerlichen Dinge mal anpacken die die USA in einem so schlechtem Licht in der Welt gerückt haben. Aber kann er das wirklich, oder ist er nicht auch an vielen Beschlüssen gebunden, die immer die Politiker schützt? Da aber der Präsident auch die gegeneriche Partei für die Durchsetzung seiner Ziele benötigt, so glaube ich nicht, dass er alles aufdecken und die entsprechenden Leute zur Verantwortung ziehen könne. Und vielleicht denkt er ja auch dabei an all die Dinge die er vielleicht mal durchsetzen möchte und die auch nicht immer so ganz moralisch sauber sein könnten. Für die Bürger dser USA und der geamten Welt wäre es schon mal richtig, wenn sich auch Präsidenten und ihre Handlanger für ihre verfehlte Politik und Schandtaten zu verantworten hätten. Hubert Rudnick
dionysia 13.07.2009
3. Aufklärung täte Not, um Legendenbildung und Verschwörungstheorien entgegen zu wirken
Zitat von sysopVerborgene CIA-Programme, Folterpraktiken, Guantanamo - US-Präsident Obama hat schwer mit dem politischen Erbe seines Vorgängers Bush zu kämpfen. Wie soll er damit umgehen?
Es wäre vielleicht wirklich mal ganz vernünftig, eine unabhängige Kommission des Kongresses, Licht in all diese vermeintlichen Dinge bringen zu lassen. Die jüngsten Vorwürfe einschlägiger US-Zeitungen bzgl. eines geheimen Geheimauftrags des CIA scheinen ja eher einem Verschwörungstheorie-Hollywood-Schinken eines Oliver Stone entnommen als irgendwie fundiert. Ich denke aber nicht, dass Obama wirklich an Aufklärung interessiert ist, weil das sein selbstentworfenes Bild von sich als Retter von der pitter pösen Bush-Administration zerstören könnte, wenn sich alle diese Vorwürfe am Ende als völlig haltlos heraus stellen.
Der Forkenhändler 13.07.2009
4. Menschenrechtsverachtung in höchstem Maße!
Cheney und Busch gehören vor ein Militärtribunal.
RogerT 13.07.2009
5. ein Zeichen setzen
Er könnte ein Zeichen setzen und bei beweisbaren Vorwürfen, wo Bush gegen geltendes (Menschen)Recht verstoßen hat, den ehemaligen Präsidenten offiziell anklagen - falls so etwas überhaupt möglich ist.
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