Guantanamo-Verlegung: Rotes Kreuz trifft 9/11-Drahtzieher

Nach Jahren der Isolation werden 14 der gefährlichsten inhaftierten Terroristen vom Roten Kreuz besucht - darunter Ramzi Binalshibh und Chalid Scheich Mohammed, die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11.9. Die Hilfsorganisation fordert auch Zugang zu den geheimen CIA-Lagern.

Berlin - "Der Besuch wird in den nächsten Tagen stattfinden", bestätigt die Sprecherin des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK), Antonella Notari, gegenüber SPIEGEL ONLINE. Mit den US-Behörden seien jedoch noch einige Details zu klären. Bei dem Besuch im Gefangenenlager Guantanamo gehe es vor allem darum, den Inhaftieren den Kontakt zu ihren Familien zu ermöglichen. "Das halten wir für sehr wichtig", sagt Notari.

Unter den 14 Terror-Verdächtigen, die aus den Geheimgefängnissen auf den US-Militärstützpunkt nach Kuba gebracht worden waren, befinden sich auch der Jemenite Ramui Binalshibh, der Pakistaner Chalid Scheich Mohammed und der Palästinenser Abu Subeida. Die drei Inhaftierten gelten neben Osama Bin Laden als die wichtigsten Hintermänner bei den Anschlägen am 11. September 2001.

Man werde aber keinen öffentlichen Kommentar abgeben, sagte die Sprecherin: "Falls es Missstände geben sollte, werden wir dafür unsere Vorschläge machen". Die Delegierten haben das Recht, alle Räume zu inspizieren, mit jedem Inhaftierten ohne Zeugen zu sprechen und auch die Liste der Gefangenen zu bekommen.

Seit Januar 2002 führt das IKRK regelmäßig Visiten in dem US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba durch. In den letzten Jahren fanden die Besuche alle vier bis sechs Wochen statt. "Wir haben eine dauerhafte Erlaubnis der US-Behörden und des US-Präsidenten, diese Visite durchzuführen", sagt Notari, "und diese Erlaubnis haben die Amerikaner auch durch die neusten Entwicklungen nicht verändert."

Eine Visite in den Geheimgefängnisse ist jedoch nicht möglich: "Seit Jahren haben wir bei den US-Behörden beantragt, dass wir auch die geheimen Aufenthaltsorte der Terror-Verdächtigen besuchen und inspizieren können", sagt Notari, "dazu sind auch Gespräche bis zum höchsten Niveau geführt worden, allerdings haben wir noch keine positive Antwort bekommen."

mok

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