Zukunft von EU-Kommissar Oettinger "Eher Pläne in der Privatwirtschaft"

Noch mal EU-Kommissar? Oder doch Minister in einer neuen Bundesregierung? Im SPIEGEL spricht CDU-Mann Günther Oettinger über seine Karrierepläne. Und die sieht er nicht in der Politik.

EU-Kommissar Oettinger
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EU-Kommissar Oettinger


EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger strebt nach Ende seines Mandats Mitte 2019 keine erneute Amtszeit als EU-Kommissar an. "Ich will mein Mandat bis zum Ende ausüben und vor allem den Haushalt für die nächsten Jahre unter Dach und Fach bringen. Für danach habe ich aber eher Pläne in der Privatwirtschaft", sagte Oettinger dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

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Der Christdemokrat glaubt nicht, dass die Frage des nächsten deutschen EU-Kommissars bereits im Rahmen der wahrscheinlichen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD geklärt werden muss: "Das Mandat der gegenwärtigen Kommission reicht bis Mitte 2019, ich finde daher nicht, dass man diese Frage schon jetzt regeln muss."

Der ehemalige Baden-Württembergische Ministerpräsident ist seit 2010 Kommissar in Brüssel, zunächst war er für Energie und später für Digitales zuständig. Seit Beginn 2017 ist er Haushaltskommissar und damit für eines der wichtigsten - und konfliktträchtigsten - Projekte der EU im neuen Jahr verantwortlich: Oettinger muss den neuen Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 aufstellen. Dabei stehen einerseits neue Ausgaben etwa für die Bewältigung der Migration oder zur Stärkung der Forschung. Gleichzeitig fällt der Beitrag eines wichtigen Mitgliedslandes, Großbritannien, wegen des Brexit weg.

Nach der Bundestagswahl gab es immer wieder Gerüchte, Oettinger strebe einen Posten in einem neuen Bundeskabinett an. Vor allem vom CDU-Wirtschaftsflügel war der Mann, der beste Kontakte zu Unternehmern pflegt, immer wieder für den Job als Wirtschaftsminister ins Gespräch gebracht worden. Diese Versuche, Oettinger nach Berlin zu locken, dürften sich nun erledigt haben.

Oettinger drängt darauf, in Berlin möglichst rasch für klare Verhältnisse bei der Regierungsbildung zu sorgen. Überlegungen einer Minderheitsregierung erteilte er eine klare Absage. "Wir haben in Europa einige Minderheitsregierungen, ich glaube aber, dass der größte Mitgliedstaat gut beraten wäre, wenn sich seine Regierung auf eine klare parlamentarische Mehrheit verlassen kann", so der CDU-Politiker. "Denken Sie nur an die EU-Gipfel. Wenn sich die Kanzlerin bei jeder Detailfrage im Bundestag rückversichern müsste, würde dies die Arbeit der EU schwächen."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
abudhabicfo 29.12.2017
1. Berufspolitiker sind keine geborenen Manager - mit Ausnahmen
Es wäre einmal eine interessante Aufgabe für den Spiegel den Lesern und Wählern aufzuzeigen, welche Politiker mit dem Wechsel in die Privatwirtschaft wirklich erfolgreich sind und waren. Dabei sollten nicht nur die überbezahlten Lobbyisten aufgelistet werden, sondern jene welche wirklich im Aufsichtsrat/Vorstand operative Verantwortung übernahmen. Oettinger hat ja Vorgänger, welche erfolgreich (Lothar Späth) und weniger erfolgreich waren (Mappus).
rainer_daeschler 29.12.2017
2. Anschlussverwendung
Böse Zungen behaupten ja, da die Lobbyisten sich bei Günther Oettinger in Brüssel die Klinke in die Hand gaben, musste man zu seinem Büro eine Drehtür einbauen. Dabei wird er so viele Dankbarkeiten hinterlassen haben, dass er in Sachen Anschlussverwendung die Auswahl haben wird.
beamare1 29.12.2017
3. Oettinger und nochmal absahnen mit fast 66 Jahren.
ich schätze mal der geht zur DB. Könnte aber auch sein, dass die ihn verfluchen, da er der DB das Projekt S 21 gegen deren Willen aufgedrückt hat. Damit ist er der Hauptverantwortliche für die zig Millarden, die die DB dafür blechen muß. Aber auch zu anderen Konzernen bestehen beste Verbindungen. Die Autoindustrie; Daimler bietet sich an. Die haben immer ein warmes Plätzchen für ihre jahrzehntelangen Unterstützer.
frankfurtbeat 29.12.2017
4. olala ...
olala ... ein Mann mit Kenntnissen im IT-Sektor und Sprachentalent! Sicher wird er einen job bekommen da er ja viel für die Wirtschaft getan hat - bravo ... aber wer stellt so einen unbezahlbaren manager ein? Der Koch aus Hessen war ja auch super unterwegs ... hat dann den Namen eines Konzens geändert und war von der Bildfläche verschwunden. Schön wenn man sieht welche Kompetenzen wir in unserem Volksvertreterverein sitzen haben.
rainer_daeschler 29.12.2017
5. Rechenkünstler
Zitat von beamare1ich schätze mal der geht zur DB. Könnte aber auch sein, dass die ihn verfluchen, da er der DB das Projekt S 21 gegen deren Willen aufgedrückt hat. Damit ist er der Hauptverantwortliche für die zig Millarden, die die DB dafür blechen muß. Aber auch zu anderen Konzernen bestehen beste Verbindungen. Die Autoindustrie; Daimler bietet sich an. Die haben immer ein warmes Plätzchen für ihre jahrzehntelangen Unterstützer.
Ich würde eher sagen, dass die DB genau so schlecht rechnen kann, wie Günther Oettinger. Die DB war durchaus Willens in dem Glauben, durch Kompensationsgeschäfte (großer Verkehrsvertrag für den Regionalverkehr, Verzugszinsverzicht für die durch die Stadt erworbenen Grundstücke aus Bahnbesitz und Genehmigung dichtester Bebauung der einbehaltenen Grundstücke in Zentrumsnähe), plu s diverser Zuschüsse aus Fördertöpfen, keinen Cent an Stuttgart 21 bezahlen zu müssen.
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