Hacker-Angriffe Moskau wollte laut CIA Trump zum Sieg verhelfen

Neue Indizien für Eingriffe in den US-Wahlkampf: Die Hacker, die Mails aus Clintons Umfeld an WikiLeaks gegeben haben, hatten Verbindungen zur russischen Regierung. Das berichten US-Medien unter Berufung auf die CIA.

CIA-Headquarter in Virginia
REUTERS

CIA-Headquarter in Virginia


Die US-Geheimdienste haben neuen Berichten zufolge immer mehr Indizien für eine gezielte Einflussnahme russischer Hacker auf den US-Wahlkampf zugunsten des Republikaners Donald Trump.

Die "Washington Post" berichtet unter Berufung auf eine Einschätzung des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, es seien Personen mit Verbindung zur russischen Regierung identifiziert worden, die Tausende gehackte Mails etwa vom Wahlkampfkomitee der unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergeleitet hätten. Andere US-Geheimdienste teilten diese Einschätzung. Derartige E-Mails hatten Clinton wiederholt in Erklärungsnot gebracht.

Die Hacker stammten aus dem Umfeld russischer Bemühungen, Trump zu unterstützen und Clinton im Wahlkampf in Bedrängnis zu bringen, berichtete die "Washington Post" weiter. Es sei Ziel Russlands gewesen, "Trump zur Wahl zu verhelfen", zitierte die Zeitung einen US-Beamten. Dies sei "allgemeiner Konsens" in Geheimdienstkreisen.

Dem Bericht zufolge informierten CIA-Beamte vor wenigen Tagen ranghohe Mitglieder des Senats über ihre Schlussfolgerungen. Eine CIA-Sprecherin wollte den Bericht nicht bestätigen. Trumps Team wies die Schlussfolgerungen der Geheimdienstler zurück. "Dies sind dieselben Leute, die gesagt haben, Saddam Hussein habe Massenvernichtungswaffen", hieß es in einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung.

Laut "New York Times" wurde aus Russland auch das Computersystem der Republikaner gehackt - darunter die Rechner des Organisationsgremiums Republican National Committee. Die dort durch die Hackerangriffe gewonnenen Informationen seien allerdings nicht weitergegeben worden.

Bereits im Oktober hatten US-Geheimdienstkoordinator James Clapper sowie das Heimatschutzministerium Moskau vorgeworfen, hinter Hackerangriffen auf US-Bürger und politische Organisationen zu stecken, mit dem Ziel, die Wahl am 8. November zu beeinflussen. Die Regierung in Moskau bestreitet dies.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag eine umfassende Untersuchung der Hackerangriffe während des Präsidentschaftswahlkampfs angeordnet. Die Ergebnisse sollen noch vor Ende seiner Amtszeit am 20. Januar vorliegen.

anr/Reuters/AFP



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minando 10.12.2016
1. So dumm können die doch nicht sein...
...oder doch? Na, dann kann Putin die Schuld für alles, was jetzt kommt, auf seine Schultern nehmen. Dachte er wirklich, Trump sei ein Freund? Trump ist das, was ihm im Augenblick gerade passt. Vielleicht glaubt man in Russland, man könne Trump leichter beeinflussen, weil er ein schwacher Präsident würde. Wenn ihr euch da mal nicht verzockt habt. Gründlich.
Affenhirn 10.12.2016
2. Die Absicht ist logisch
Wie lässt sich die USA am besten schwächen? Durch Installation eines Politamateurs an den Hebeln der Macht. Die USA fällt schon jetzt in eine Art Schockstarre und täglich kommen neue Horrormeldungen über mögliche Kandidaten der zukünftigen Trump-Administration hinzu. Es ist zu vermuten, dass der dünnhäutige Elefant Trump noch viel Porzellan in der internationalen Diplomatie zerdeppern wird - und etwas Besseres kann Russland sich doch gar nicht wünschen, um selbst wieder als diplomatisch verlässlicherer Partner wahrgenommen zu werden.
Irene56 10.12.2016
3. Laut CIA?
Ist das der CIA, der angeblich Massenvernichtungswaffen im Irak gesichtet hatte? Na dann, dann muss es ja stimmen.
herr wal 10.12.2016
4. Trumps Team wies die Schlussfolgerungen der Geheimdienstler zurück.
"Dies sind dieselben Leute, die gesagt haben, Saddam Hussein habe Massenvernichtungswaffen", hieß es in einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung. Naja, dann wird es wohl stimmen. Diese Leute haben ihren einmaligen Ausrutscher ja längst bereut, sind bestraft worden, und jetzt sind sie resozialisiert. Und tun sowas bestimmt nie wieder. Fazit: Sage niemals Dummkopf zu einem Dummkopf, und auch nicht Regionalmacht zu einer Regionalmacht. Und tritt keinen Hund, denn er könnte bellen.
wk03 10.12.2016
5. Allgemeiner Konsens in Geheimdienstkreisen
Wenn es auch nur den geringsten Beweis häbe, hätten wir den längst gesehen.
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