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Tschechien: Gericht verurteilt Agenten nach 25 Jahren

In Prag hat ein Gericht zwei ehemalige Agenten der kommunistischen Geheimpolizei zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten vor 25 Jahren einen Dissidenten entführt und beraubt.

Prag - Auch nach 25 Jahren entkommen zwei ehemalige Agenten der tschechoslowakischen Staatssicherheit ihrer Strafe nicht. Von einer Verjährung könne nicht gesprochen werden, urteilte das Prager Stadtgericht. Es verurteilte die früheren Agenten zu Haftstrafen von einem Jahr und anderthalb Jahren. Das Stadtgericht war damit einer Entscheidung des Obersten Gerichts gefolgt, wie die tschechische Tageszeitung Pravo am Dienstag berichtete.

Der Hintergrund: Im Juni 1989 entführten die Agenten einen tschechischen Dissidenten. Der Dissident hatte mit Mitstreitern gegen Baumfällarbeiten in Prag demonstriert. Die Agenten der kommunistischen Geheimpolizei (StB) verschleppten den Mann in einen 40 Kilometer entfernten Wald, schlugen ihn und raubten ihm seine Dokumente.

Der StB war das wichtigste Repressionsorgan des kommunistischen Regimes, mit dem Gegner der Machthaber verfolgt und terrorisiert wurden. Ende der achtziger Jahre beschäftigte der StB etwa 18.000 hauptamtliche Mitarbeiter.

Im Zuge der Samtenen Revolution wurde die Geheimpolizei 1990 aufgelöst. 2007 wurde in Prag das Institut für das Studium totalitärer Regime gegründet, das anfing, die Unterlagen der Geheimpolizei zugänglich zu machen. Die Aufarbeitung der StB-Verbrechen läuft bis heute.

mka/dpa

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